Raum
Raum.
1) Im eigentlichen Sinne: Paulus hat (Röm. 15,23) keinen Raum mehr von Jerusalem bis Illyrien, wo er das Evangelium denen predigen könnte, die noch nichts davon gehört haben. Jes. 5,8 bekämpft die Latifundienwirtschaft, die den kleinen Grundbesitz verschlingt, bis kein Raum mehr ist. Bei Jesu Geburt war kein Raum mehr in der Herberge (Luk. 2,7), aber im Gnadenreich ist immer noch Raum, die Einladung soll die größte Allgemeinheit gewinnen (Luk. 14,22). So ist (Jes. 49,20; 54,2) dem erlösten Zion der Raum zu eng, so daß es erweiterter Wohnsitze bedarf. —
2) Raum Bild der Freiheit. Aus Enge und Gedränge führt der Herr den Beter in die Freiheit und räumt die Hindernisse seines Laufes weg, Ps. 18,20. 37; 31,9. Im Segen Moses wird der Gott gerühmt, der Gad Raum Macht, weite, unbeengte Grenzen gibt (5 Mo. 33,20). In Rehoboth haben Isaaks Hirten endlich Raum, Freiheit zur Ausbreitung (1 Mo. 26,22) gefunden. Durch die Freiheit vom Gesetz soll das Fleisch nicht Freiheit bekommen (Gal. 5,13). —
3) = Spielraum, Röm. 12,19: Gebet Raum dem Zorn (Gottes). Der Christ, der für sich verzeiht, kann die Verletzung der göttlichen Ordnung nicht gut heißen, aber er stellt das Gericht Gott heim. Ebenso Eph. 4,27: Gebet durch Zorn dem Teufel nicht Zugang und Anlaß zur Schädigung (s. Lästern). Das Geschenk macht Raum, Zugang zu den Großen (Spr. 18,16). Wsh. 12,10 gibt Gott auch den verworfenen Kanaanitern Raum zur Buße. Bei den Römern soll der Angeklagte Raum zur Verantwortung bekommen, Apg. 25,16. Und nach Hbr. 8,7 wird, weil das Alte Testament. unvollkommen war und Platz machen soll, Raum zu einem neuen gesucht.