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Raub

Raub, rauben, Räuber.
1) Vom Raubtier, zum Beispiel dem Löwen (Hi. 38,39; Ps. 104,21). Mit einem solchen wird Israel (4 Mo. 23,24) und Benjamin (1 Mo. 49,27) verglichen, ja Gott selbst, weil er ein zum Gericht reifes Volk vor sich hat (Am. 3,4) und seinen Raub, rauben, Räuber nicht los lassen will (Jes. 31,4), aber auch der Gottlose (Ps. 17,12; Hi. 4,11), wie denn Ninive eine mit Raub, rauben, Räuber gefüllte Löwenhöhle heißt (Na. 2,13. 14). —
2) Von Menschen, wie Arabern und Chaldäern wird der Raub, rauben, Räuber gewerbsmäßig betrieben (1 Mo. 16,12; Jer. 3,2; Hi. 1,15. 17, vgl. Spr. 23,28). In den anarchischen Zeiten der Richter, später des Hosea und wieder des letzten jüd. Kriegs gab es auch in Israel Freibeuter, Ri. 11,3, und Räuberbanden (Hos. 6,9; 7,1), die wohl von Städten und Parteien in Sold genommen wurden (Ri. 9,25). In der letzten Zeit des jüdischen Gemeinwesens wimmelte das Land von Räubern (Apg. 5,36; 21,28), welche die Unzufriedenheit mit der Mißregierung der Prokuratoren benützend, das Räuberhandwerk als ein politisches, patriotisches Geschäft betrieben. Das h. Land, besonders der Weg zwischen Jerusalem und Jericho, bot solchen Räubern Schlupfwinkel genug (Luk. 10,30). Wenn aber auch jener Pharisäer sich rühmte, kein Räuber zu sein (Luk. 18,11), so findet der Herr doch das Inwendige derselben voll Raub, rauben, Räuberes, Luk. 11,39; Mt. 23,25; fressen sie doch der Witwen Häuser und sind geizig. Tempelraub begingen der Hohepriester Menelaus und sein Bruder (2 Makk. 4,39. 42) und zeigten damit dem Erztempelräuber Antiochus den Weg (1,14; 5,16; 9,2), während Paulo vom Kanzler in Ephesus bezeugt wurde, daß er kein Tempelräuber sei, Apg. 19,37. Bes. züchtigen die Propheten die Fürsten, daß sie sich mit Raub, rauben, Räuber, namentlich von Armen, Witwen und Waisen bereichern (Am. 3,10; Jes. 3,14; 10,2; Mi. 2,8; Hi. 24,2 ff.; Ps. 35,10, vgl. Spr. 1,13; Hes. 22,29; Jes. 59,15), während Hiob den Raub, rauben, Räuber aus der Gottlosen Zähne riß (29,17) und der sich Bekehrende bezahlt, was er geraubt hat (Hes. 33,15). Rauben schließt vom Reich Gottes aus (1 Kor. 5,10. 11; 6,10), vgl. Spr. 21,7. Die Frommen erdulden lieber den Raub, rauben, Räuber ihrer Güter (Hbr. 10,34) und müssen bezahlen, was sie nicht geraubt haben, Ps. 69,5. So hat auch der zweite Adam, obgleich göttlicher Natur, nicht wie der erste die Gottgleichheit als Raub, rauben, Räuber an sich reißen zu müssen geglaubt, sondern den Weg durch Niedrigkeit zur Hoheit gewählt und damit ein Vorbild selbstlos dienender Selbsterniedrigung gegeben, Phi. 2,6. —
3) Von seiten Gottes ist es Strafe, daß Israel fremden Völkern zum Raub, rauben, Räuber wird (Ri. 2,14. 16; 1 Sa. 23,1; 30,16; 2 Kö. 17,20; 21,14; Esra 9,7; Esth. 3,13; Dan. 11,24. 33), wie dies die Propheten weissagen (Hos. 13,15; Jes. 42,24; Zeph. 1,13; Jer. 2,14; Hes. 7,21. 22), vgl. Hi. 12,17. 19; Ps. 109,11. Hingegen wird es auch an den Feinden gerochen, wenn sie ihre Vollmacht überschreiten, Jes. 17,14. Sie werden wieder beraubt von den übrigen der Völker (Hab. 2,8) und Israels (Jes. 33,23; Zeph. 2,9; Hes. 39,10), so Ninive, Na. 3,1, Chaldäerland (Jer. 50,10), Tyrus (Hes. 26,12), vgl. Hi. 4,11. Gott will seine Herde nicht mehr zum Raub, rauben, Räuber werden lassen, Hes. 34,22, vgl. Ps. 124,6. —
 4) Endlich steht Raub, rauben, Räuber in indifferentem sinn = Beute (s. Buete und Bann), so Ri. 5,30; Ps. 68,13; 2 Sa. 3,22; 23,10 u. a. Figürlich auch vom Messias, er werde die Starken zum Raub, rauben, Räuber haben, Jes. 53,12. Jesus will als der Stärkere dem Starken (dem Satan) seinen Hausrat r., also geknechtete Menschenseelen entziehen, Luk. 11,22; Mt. 12,29.
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