Rasen
Rasen.
1) Aufgeregtes Benehmen eines geistig Gestörten, 2 Kö. 9,20; Luther übersetzt dasselbe Wort auch mit: unsinnig sein. David stellt sich bei Achis, um sich zu retten, rasend, weil die Wahnsinnigen als unantastbar angesehen wurden (s. Art. David), 1 Sa. 21,13-15. Das Rasen Sauls (1 Sa. 18,10) leitet die Schrift von einem bösen Geiste ab; der Wahnsinn Nebukadnezars, der sich für ein Tier hielt (Lykanthropie), ist Gottes Strafe, vgl. 5 Mo. 28,28. —
2) Weissager und Wahnsinnige werden oft zusammengestellt, Jer. 29,26; Hos. 9,7. Das Auftreten der heidnischen Wahrsagerei trägt ganz das Gepräge geistiger Störung und zum Teil trägt auch die wahre Prophetie ekstatische Erscheinungen (1 Sa. 19,24), die bei Fernerstehenden den Eindruck der Überspanntheit, ja der Raserei machten (2 Kö. 9,11; 1 Kor. 14,23). So machte auch die erhabene Selbstgewißheit Jesu auf die Feinde den Eindruck der Besessenheit und des Wahnsinns (Joh. 10,20), und der kühle Festus findet die Sprache der begeisterten Liebe bei Paulus mehr als überspannt und will Pauli Gestörtheit von allzuviel Studien ableiten, Apg. 26,24. 25, vgl. Wsh. 5,4.