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Raphidim

Raphidim, die letzte Station der Israeliten vor dem Sinai. Hier schlug Mose Wasser aus dem Felsen, 2 Mo. 17,1 ff., besiegten die Israeliten durch Moses Gebet und Josuas Schwert die Amalekiter, 17,8 ff., besuchte Jethro seinen Schwiegersohn, Kap. 18. Wo lag es? Die Antwort beruht ganz darauf, wo der Sinai gesucht wird. Neuere sind jetzt vielfach der Ansicht, daß der Gesetzgebungsberg nach der ältesten Quelle in der Gegend von Kades lag. Dorthin, glaubt man, weise die Erzählung 2 Mo. 17,2 ff. vgl. mit 4 Mo. 20,1 ff., da es sich in beiden Stellen um den gleichen Vorfall handle, dessen Lokalität nach 4 Mo. 20,1 Kades sein müsse; auch die Amalekiter 2 Mo. 17,8 ff. seien nicht im Süden der Sinaihalbinsel, sondern im Mittagsland, im Negeb zu Haus. So müsse Raphidim westlich von Kades zu suchen sein. Wenn aber der Sinai wirklich da lag, wo ihn die Tradition seit alter Zeit sucht, dann entscheidet sich die Lage von Raphidim nach der Frage, ob Serbal oder Dschebel Musa (vgl. d. Art. Sinai). Wer mit Ebers, Lepsius u. a. den Serbal für den Gesetzgebungsberg hält, sucht es im Wadi Feran, der Perle des Sinaigebirges. Aber Feran ist die wasserreichste Stelle der Halbinsel, was nicht zu 2 Mo. 17,2 ff. paßt. Für den Dschebel Musa aber als Gesetzgebungsberg liegt Feran noch zu weit ab. Also muß Raphidim irgendwo in dem langgestreckten, gekrümmten Wadiesch-Schech gelegen haben, der von da zum Sinai führt, am wahrscheinlichsten irgendwo in der Mitte, entweder bei der Quelle Abu Suweira, 2-3 Std. vom Sinai, oder vor der engen Schlucht el Watijeh, 5 Std. vom Sinai, in der das Tal zwischen 180-240 m hohen Granitwänden nach Süden umbiegt — vor dieser Enge liegt ein großer Tamariskenwald, der als Schlachtort angenommen werden könnte — oder endlich, da dieser Punkt noch zu wirtlich und wasserreich erscheint, „ein weiterer, offener Raum, in welchem mehrere der wichtigsten Täler münden,“ noch etwas weiter westlich, etwa in der Mitte des ca. 12 Stunden langen Tales. Hier konnten die Amalekiter von der sandigen Hochebene Debbet er-Ramleh aus den Israeliten in den Rücken fallen. Bestimmt läßt sich die Örtlichkeit nicht angeben.
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