Pfahl
Pfahl im Fleisch, ein schweres Leiden des Apostels Paulus, 2 Kor. 12,7, wahrscheinlich körperlicher Art, aber von ihm auf die Einwirkung eines Satansengels zurückgeführt, also jedenfalls mit innerer Anfechtung, wohl wegen Lähmung der Arbeitskraft u. Freudigkeit, verbunden. Man vermutete schon ein schmerzhaftes Augenleiden, unter Hinweis auf seine Erblindung bei Damaskus, auch auf Apg. 23,5, wo der Apostel den Hohepriester nicht erkannte, vielleicht eben, weil er kurzsichtig war, ebenso, daß er seine Briefe gewöhnlich diktierte, weil ihn das Schreiben anstrengte (Gal. 6,11, wo Paulus einen eigenhändigen Gruß beisetzt, heißt es „Sehet, mit wie großen Buchstaben“ usw.); — auch Gal. 4,14 f. läßt an kranke Augen des Apostels denken. Dreimal hat Paulus den Herrn um Abnahme dieses Leidens gebeten, darauf aber die Antwort erhalten: es genügt dir meine Gnade, denn meine Kraft wird in Schwachheit vollendet, wodurch ihm der Trost gegeben wurde, daß ihm für seine Person das beste Gut doch bleibe und daß er auch zum Dienste Christi durch dieses Leiden nicht untüchtig gemacht werde.