Pestilenz
Pest, Pestilenz, vom lat. pestis, pestilentia, hebr. deber = Verderben, eine rasch über ganze Länder sich ausbreitende, meist tödlich verlaufende Seuche, die schrecklichste aller Krankheiten.
1) Sie wurde über das Volk Israel verhängt zur Strafe für Davids Versündigung, 2 Sa. 24,13, als Gottsgericht neben Schwert und Hunger dem abtrünnigen Volke angedroht, 3 Mo. 26,25; 4 Mo. 14,12; Jer. 14,12; 21,6 ff.; 24,10; 27,8. 13; 29,17 f.; 32,24; 34,17; 38,2; 44,13; Hes. 5,12; 6,11 f.; 7,15; 12,16, von Christus unter den Zeichen der letzten Zeit genannt, Mt. 24,7. Der Fromme wird auch aus dieser, aller ärztlichen Mittel spottenden Krankheit von seinem Gott errettet, Ps. 91,3, und muß darum vor ihr nicht erschrecken, V. 6. Wo sie aufrichtige Buße gewirkt hat, da nimmt sie Gott wieder weg, 2 Sa. 24,17. 25.
Die „oriental. Beulenpest“ besteht in Anschwellung und Entzündung der Lymphdrüsen in der Leistengegend, seltener in den Achselhöhlen oder am Halse (daher von Luther 5 Mo. 28,21 mit Sterbedrüse übersetzt) oder in Bildung von Karbunkeln an anderen Körperteilen. Häufig erfolgt der Tod ganz kurz nach der Ansteckung, ehe sich die Eiterbeulen gebildet haben. Gewöhnlich wurde die Pest, Pestilenz im Frühjahr von dem ungesunden Unterägypten ins h. Land eingeschleppt und erlosch mit Beginn der heißen Jahreszeit. Im Anfang ihres Auftretens wütet die Seuche am furchtbarsten, so daß 80-90 vom Hundert sterben, später nimmt sie mildere Formen an. An der 2 Sa. 24,13 erwähnten Pest, Pestilenz starben in ganz kurzer Zeit 70000. —
2) Die fünfte der zehn ägypt. Plagen, 2 Mo. 9,3, war eine Viehseuche, welche nur uneigentlich Pest, Pestilenz genannt wird, während die eigentliche Pest, Pestilenz eine nur Menschen betreffende Krankheit ist. —
3) Was Luther Hos. 13,14 übersetzt: „Tod, ich will dir ein Gift sein, Hölle, ich will dir eine Pestilenz sein“ heißt genauer: „Wo sind deine Seuchen, o Tod? wo ist deine Krankheit (= dein Verderben), o Hölle?“ Der Sinn ist: Wen der Herr erlösen will, dem kann Tod und Hölle nicht mehr schaden.