Parther
Parther sind nur Apg. 2,9 als Gäste bei dem ersten Pfingstfest genannt. Es sind Juden gemeint, die in Parthien oder Parthyene angesiedelt waren. Seit der assyr. Gefangenschaft waren zahlreiche Israeliten in jenen Ostländern verbreitet. Die alte Landschaft Parthien lag südöstlich vom Kaspischen Meer, südlich von dem Turan und Iran scheidenden Gebirgszug in der heutigen Provinz Khorassan im nordöstl. Persien. Es war im Grund ein armes Land, teils rauh und gebirgig, teils Salzsteppe, nur mit wenigen fruchtbaren Hochtälern. In diese Landschaft drangen die Parther, wahrscheinl. ein turanisch.Nomadenstamm ein, verschmolzen mit den früheren Einwohnern, trennten sich unter Arsakes I. um 250 v. Chr. von dem Seleukidenreich und gründeten ein parthisches Reich, das sich nach Osten bis zum Indus, nach Westen bis zum Euphrat ausdehnte, den Römern öfters ein gefährlicher Nachbar, bis es 226 n. Chr. durch Artaxerxes, den Gründer des neupersischen Reichs der Sassaniden (226 bis ca. 650), zerstört wurde. Der 1 Makk. 14,2 erwähnte Arsakes, der eigentlich Mithradates I. (?) hieß, ist eben ein Partherkönig, der nach den Hauptprovinzen König in Persien und Medien heißt. Er nahm 138 den Seleukiden Demetrius II. Nikator gefangen. Alle Partherkönige nannten sich Arsakes. Im J. 40 v. Chr. fielen die Parther in Syrien ein u. führten Hyrkan II. u. den Bruder des Herodes, Phasael, gefangen fort, welch letzterer sich durch Selbstmord ihnen entzog.