Zum Inhalt

Palme

Palme, Palmbaum, Phoenix dactilifera L., das Wahrzeichen des Orients, einer der Bäume, welche die Landschaften der Erde bezeichnen u. welcher speziell für Phönikien (Phoenix) u. Palästina einst so charakteristisch war, daß die jüd. Münzen oder die Siegesmünze des Vespasian den Palmbaum mit den Datteltrauben tragen (s. S. 370). Heutzutage ist die Palme nahezu ganz aus Palästina verschwunden und nur noch in den Küstenniederungen da zu finden, wo eine Bewässerung möglich ist. Hauptsächlich kommt sie vor in den Oasen der libyschen Wüste und der Sinaihalbinsel. Der ausgewachsene Palmbaum wird gegen 20 m hoch und soll bis zu 200 Jahre alt werden, bringt aber vor dem 15. Jahre selten Früchte. Ein im besten Ertrag stehender Baum trägt zwischen 20 und 30 Trauben mit je ca. 1000 Datteln und bildet dadurch den Wohlstand und Reichtum des Arabers, sowie eine Steuerquelle der Regierung. Seit Menschengedenken wurde der Baum von der Poesie verherrlicht als der König der Bäume, der „seinen Fuß im Wasser hat und sein Haupt im Feuer des Himmels“. Auch die Sänger des Alten Bundes werden nicht müde, das Lob der Palme zu verkündigen (Ps. 1,3) und die Gerechten mit einer Palme zu vergleichen (Ps. 92,13). Der hebr. Name Thamar war ein beliebter Frauenname, wie auch heute noch der arab. Name ein Kosename für Frauen und Mädchen ist.
Zur Übersicht