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Nüchtern

Nüchtern. Schon der alttest. Priester durfte bei seinen Amtshandlungen keinen Wein genießen, um Heiliges u. Unheiliges vollkommen geistesklar unterscheiden und auch das Volk belehren zu können, 3 Mo. 10,9-11. Desgleichen der Nasiräer während der Dauer seines Gelübdes. So wird Nüchternheit vom Christen und bes. vom Bischof verlangt (1 Tim. 3,2; 2 Tim. 4,5), auch von den Frauen der Diakonen, 1 Tim. 3,11, überhaupt von alten Leuten, Tit. 2,2. Es wird aber unter Nüchternheit nicht bloß leibliche Mäßigkeit verstanden, sondern sogar überwiegend ist es im Neuen Testament die volle Geistesklarheit, die durch nichts gefangen genommen, über das Ziel, über den Weg dahin, über die Hindernisse klar ist. Also verwandt mit Wachen u. Beten, 1 Pe. 1,13; 4,8; 5,8; 1 Th. 5,6. 8. Allerdings kann durch sinnliche Üppigkeiten der Geist beschwert werden, Luk. 21,34; 12,45, oder durch Sorgen der Nahrung (2 Tim. 2,4), aber auch durch schwärmerische Unbesonnenheit u. Verirrungen der Phantasie. So sind die Korinther durch falsche Lehre von der Auferstehung berauscht u. Paulus muß sie, 1 Kor. 15,34, zur Ernüchterung auffordern. Wer von einem Strick des Teufels gefangen ist, muß wieder n. werden aus demselben, 2 Tim. 2,26. Weltmenschen meinen oft, wenn Christen mit Feuer, Schwung und Tatkraft die Sache ihres Herrn treiben, es sei übertrieben, Mk. 3,21; Apg. 26,24. 25. Aber der n. Christ bleibt auch in der Begeisterung seiner selbst Herr und verliert nicht Maß und Ziel, 1 Kor. 14,32; 2 Kor. 5,13.
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