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Nikodemus

Nikodemus, Pharisäer, Mitglied des Synedriums (Oberster), Schriftgelehrter (Meister in Israel). Nach Joh. 3 kam er „das erste Mal“ (19,39) bei Nacht zu Jesus, ohne Zweifel aus Menschenfurcht. Er redet nicht bloß in seinem Namen, sondern („wir“ Kap. 3,2) als Vertreter einer Klasse von Juden selbst unter den Führern des Volks, welche den Herrn als Propheten anerkennen und nach weiterer Belehrung verlangen. Aber es fehlt ihnen das rechte Verständnis für die Person Christi in ihrer himmlischen Hoheit und für die Notwendigkeit der Wiedergeburt. Darum knüpft der Herr an das Bekenntnis des Wissens, das Nikodemus ablegt, die Darlegung von dem neuen Werden, das sich im Menschen vollziehen muß, von der Wiedergeburt. Der schüchterne Appell an den Rechtsgang, Kap. 7,50, zeigt immerhin eine Zunahme des Bekennermutes, und durch seine Teilnahme an Jesu Begräbnis, 19,39, tritt er vollends offen zu den „Galiläern“ über. Die Sage meldet, daß er sich ganz zum Christentum gewendet und die Taufe angenommen habe, dafür aber aus dem hohen Rat gestoßen und aus Jerusalem verbannt worden sei, wo ihn dann Gamaliel seinem Landhaus verborgen habe.
Der Talmud weiß von einem Nikodemus, Sohn Gorions, einem frommen und reichen Mann, der noch zur Zeit der Zerstörung Jerusalems gelebt habe. Es ist nicht auszumachen, ob beide Personen dieselben sind.
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