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Neu

Neu. Zwar sagt der Prediger: „Es gibt nichts Neu“ aber er fügt hinzu: „unter der Sonne“, das heißt er redet nur von der diesseitigen Schöpfungsordnung. Von oben aus dem himml. Reich gibt es Neues genug. Gottes Barmherzigkeit ist eine unerschöpfte, stets Neu bietende Quelle, Klagel. 3,23, und selbst innerhalb der Schöpfungsordnung hat sich Gott vorbehalten, Neuzu schaffen, Wunder, 4 Mo. 16,30, und Weissagung, Jes. 42,9. Das absolute Wunder und darum auch das absolut Neu ist die Erlösung, Röm. 16,25; Eph. 3,5. In diesen Ratschluß gehört die n. Schöpfung, von der Jer. 31,22 schreibt: das Weib wird den Mann umgeben (wörtl.: um Liebe wirbt das Weib beim Mann, das heißt nachdem Gott so lange vergeblich um sein Volk geworben, wird in der Heilszeit dieses nach seines Gottes Liebe sich sehnen). Die Propheten weissagen von einem n. Bund, der die Abschaffung des alten mit sich führt (Jer. 31,31, vgl. Hbr. 8,8. 13), ja von einem n. Himmel und Erde, Jes. 65,17; 66,22, vgl. 2 Petr. 3,13, und der Verf. der Offenbarung faßt es zusammen in das große Wort: Siehe, ich mache alles n., 21,5. Jesus u. die Seinen traten mit dem Bewußtsein auf, daß ihr Evangelium ein absolut n. Heil bringe. Jesus vergleicht das Evangelium mit einem n. Wein, einem n. Kleid und geht nicht darauf ein, die Erscheinungsform des n. Lebens mit dem alten Wesen des Gesetzes auszugleichen, Luk. 5,36-39. Aus dem n. Grab des Joseph erstand der Welt ein n. Leben, Röm. 6,4 und die Wirkung auf den einzelnen ist eine n. Geburt, Joh. 3,3. 7, wie aufs Ganze die Wiedergeburt (Palingenesie), Mt. 19,28. Wer in Christo ist, eine n. Schöpfung (2 Kor. 5,17; Gal. 6,15), er wandelt im n. Wesen des Geistes, Röm. 7,6. Er ist ein n. Mensch nach dem Bilde Gottes, Eph. 4,24; Kol. 3,10. Namentlich der Hebräerbrief weist die Vortrefflichkeit des Neuen Testaments und seines Mittlers nach, 9,15; 12,24, vgl. Mt. 26,28. Es wurde dies Evangelium auch als eine n. Lehre empfunden, Mk. 1,27; Apg. 17,19. Neu Götter, meinte man, wollen die Apostel bringen (Apg. 17,18), obwohl Paulus das ablehnt und das Urälteste zu bringen behauptet. Denn n. Götter hat eben das Heidentum aufgebracht, 5 Mo. 32,17. Auch im Sittlichen macht das Evangelium alles n. Das n. Gebot der Liebe (Joh. 13,34; 1 Joh 2,7. 8; 2 Joh. 5) ist zwar schon im Alten Testament dagewesen, aber im Licht der n. Geburt u. des n. Heils ist es doch ein ganz anderes, umfassenderes, tieferes, ein ganz zentrales Gebot geworden, vor allem dadurch, daß das Evangelium ein n. Herz und einen n. Geist mitbringt. Gesehnt hat sich danach auch der A. B. Jeremia sagt (4,3; Hos. 10,12): Pflüget ein Neu Hesekiel sagt: Macht euch n. Herzen, 18,31, u. verheißt, in der messian. Zeit werde Gott ein n. Herz und einen n. Geist geben, 36,26; 11,19. David erfleht ein reines Herz und einen n. Geist, Ps. 51,12. Aber erst mit Pfingsten schuf Gott aus Juden und Heiden Einen n. Menschen, Eph. 2,15. Jetzt erhält Zion den ihm verheißenen n. Namen, Jes. 62,2. Sogar jeder Erwählte erhält einen n. Namen, Offb. 2,17, ja den n. Namen des Herrn, 3,12. Nun öffnet sich auch der Mund der Gemeinde zu einem n. Lied, wie jede Erfahrung neuer Gnade ein solches lehrt (Ps. 40,4; 33,3; 96,1; Offb. 5,9; 14,3). Doch ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Der n. Himmel und die n. Erde, das n. Jerusalem ist erst der Abschluß aller Wunder und das n. unbewegliche Reich.
Jesus vergleicht Mt. 13,52, den Himmelreichsschriftgelehrten einem Haushalter, der „Altes u. Neu aus seinem Schatz hervorträgt“. Die parabolische Lehrweisheit Jesu ist eben darin unnachahmlich, daß sie neuen Gehalt so einkleiden konnte, daß es nichts zu sein schien als die alten, allbekannten Gesetze der Natur und Geschichte. In diesem Sinn N und Altes zu verbinden, ist das Geheimnis aller Lehrer- und Haushalterweisheit.
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