Nehmen
Nehmen wird in doppeltem Sinn gebraucht: teils = etwas Angebotenes annehmen (z.B. Joh. 19,30), teils = etwas Verweigertes wegnehmen (Luk. 11,22); abgesehen von vielen Stellen, in welchen auf den, der das Betreffende vorher hat, gar keine Rücksicht genommen wird, und nehmen = in die Hand fassen (Mt. 26,26), oder = in Gebrauch nehmen u. dergl. (Mt. 26,52) ist. Im ersten Sinn sind wir Gott gegenüber immer die Nehmenden (Joh. 16,24), während es im zweiten Sinn heißt: ein Mensch kann nichts n., es werde ihm denn gegeben vom Himmel (Joh. 3,27). Den Menschen gegenüber aber heißt es im ersten Sinn: geben ist seliger denn n. (Apg. 20,35); und dagegen im zweiten Sinn: so jemand deinen Rock n. will, dem laß auch den Mantel. Gott steht es zu, zu n. wic zu geben (Hi. 1,21).
Hbr. 2,16: „er nimmt nirgend die Engel an sich, sondern den Samen Abrahams nimmt er an sich“ = er nimmt sich ihrer an, indem er ihre Natur annimmt.