Zum Inhalt

Name

Name. Im Hebräischen stehen dafür zwei Ausdrücke, der eine bedeutet: Erinnerung, Andenken, Gedächtnis; der andere: Zeichen, Kennzeichen. Der letztere ist der häufigere. Beide zusammen sagen dasjenige aus, was im Namen liegt. So ist Name zunächst das, was etwas, besonders einen Menschen, von anderem unterscheidet und in dieser Verschiedenheit kenntlich macht. Gott gibt dem ersten Menschen den Namen Mensch, 1 Mo. 5,2, und Adam gibt allem seinen Name, 1 Mo. 2,20, zur Bezeichnung und Unterscheidung von anderem, vgl. Jes. 40,26; 62,2 u. a. Stellen. (Weiteres über diese Bezeichnung, das Namengeben, s. im folg. Art.) Als das besonders Bezeichnende (freilich kann auch hier bei dieser Bezeichnung des Namens die Täuschung eingreifen, vgl.: Du hast den Name, daß du lebest, und bist tot. Offb. 3,1) und Auszeichnende, das zugleich auch im Andenken und Gedächtnis bleibt, ist Name weiter = Ehrenname, Ruf; die „berühmten Leute“ 1 Mo. 6,4 sind wörtlich: „Männer des Namens“, daher ist der Mensch darauf gerichtet, sich „einen Name zu machen“, 1 Mo. 11,4; ein „großer Name“ ist eine besondere Verheißung, 1 Mo. 12,2; und Saul beschwört den David, er möchte seinen Name nicht ausrotten, 1 Sa. 24,22 (hier ist Name eigentlich — Nachkommenschaft, das heißt diejenigen, die den Name fortpflanzen). Aber wichtiger, als daß überhaupt der Name fortbestehe, ist es, einen guten Name zu behalten, Sir. 41,15 (vgl. 39,13; 44,8; Ps. 72,17), da der Gottlosen Name ausgerottet werden, Sir. 41,14. verwesen muß, Spr. 10,7, in Finsternis bleibt, Pr. 6,4. Noch wichtiger ist es für den Christen, daß sein Name im Himmel angeschrieben sei, Luk. 10,20, und im Buch des Lebens stehe, Phil. 4,3; Offb. 13,8; 3,5. Gottes Name ist es vor allem, der unveränderlich und ewig besteht, in welchem alles, das Bezeichnende und Auszeichnende, im höchsten Sinn enthalten ist. „Ich werde sein, der ich sein werde“, das ist sein Name ewiglich, 2 Mo. 15,3, nämlich der Name des Herrn, des Bundesgottes Jahveh, des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs, als welchen er sich dem Volk von neuem offenbart. Er heißt mit seinem Name Herr allein und der Höchste in aller Welt, Ps. 83,19, Vater und Erlöser von alters her, Jes. 63,16, Herr Zebaoth heißt sein Name, Jes. 54,5, und dieser sein Name ist ein „großer“, Jer. 10,6; Jos. 7,9, ist „schrecklich“ unter den Heiden, Mal. 1,14, daß sie ihn fürchten müssen, Ps. 102,16. Wie nun überhaupt im Name das Bezeichnende dessen liegt, der ihn trägt, so liegen auch im Name Gottes die charakteristischen Eigenschaften seines Wesens, und auf diese wird in zahlreichen Wendungen Bezug genommen; so auf Gottes Gnade u.Barmherzigkeit, Ps. 25,11; Jer. 14,7 („um deines Namens willen“, nämlich weil du gnädig und barmherzig bist, weil das in deinem Wesen und Name liegt), auf seine Geduld, Jes. 48,9, Güte, Ps. 23,3, Bundestreue und zugleich Macht und Allgewalt, Ps. 124,8, Heiligkeit u. Hoheit, Ps. 111,9 usw. Der Name des Herrn als des Starken und Mächtigen, des Treuen, des Gottes der Verheißung ist „ein festes Schloß“, Spr. 18,10. Daher der Ausdruck: ich will harren auf deinen Name, das heißt bis du dich mit all dem an mir erweisest, was in deinem Name liegt, Ps. 52,11, daher das Loben u. Danken dem Name des Herrn, Ps. 145,21; 140,14; Hi. 1,21, Ehre u. Ruhm darbringen dem Name des Herrn, Ps. 96,8; 74,21 (das Gegenteil freilich steht zum Beispiel Jes. 52,5). Daher predigt man zu Zion den Name des Herrn, Ps. 102,22, wie schon ein Abraham es getan hatte, 1 Mo. 12,8; 13,4, vgl. 1 Mo. 4,26. Diesen Name des Herrn hat man zu fürchten, Mal. 3,20; Ps. 61,6, aber man darf ihn auch lieben, Ps. 5,12; 119,132, während freilich auch möglich ist, daß man an dem Name Gottes durch gottloses Wesen sich vergreift, also ihn selbst und seine Heiligkeit antastet, Spr. 30,9. Man soll ihn heiligen, Mt. 6,9, das heißt alles, was im Name Gottes liegt, sein heil. Wesen, soll bei den Menschen die entsprechende Beachtung, gleichsam ein Echo finden. Die häufig vorkommende Formel: „im Name Gottes“ ist = im festen Vertrauen auf ihn, auf seine Hilfe, seine Verheißungen usw., Ps. 20,6; 44,6, oder: in seinem Auftrag u. Befehl, und mit seiner Autorität, 5 Mo. 18,7; Mk. 11,9, freilich auch fälschlicherweise Jer. 14,14. Ähnlich ist es mit dem Namen Christi. Sein Name Jesus ist bedeutungsvoll, Mt. 1,21. Er selbst ist gekommen und wirkt im Name seines Vaters, Joh. 5,43, er offenbart den Name seines Vaters den Menschen, Joh. 17,6. 26, und will die Menschen dem Name Gottes zuführen und darin, das heißt in der durch den Name ausgedrückten Zugehörigkeit, erhalten, 17,11. Aber er selbst, der von Gott einen Name erhalten hat, der über alle Name ist, und in dessen Name sich noch einmal alle Knie werden beugen müssen, Phi. 2,9 f., vgl. Hbr. 1,4, ist es auch, dessen Name im Glauben ergriffen werden muß, 1 Joh. 3,23; 5,13; Joh. 3,18, in dessen Name Buße gepredigt wird, Luk. 24,47, durch dessen Name die Menschen gerecht werden können, 1 Kor. 6,11, der allein den Menschen gegeben ist, daß sie selig werden, Apg. 4,12; 10,43, den daher die Gläubigen anrufen trotz aller Gefahr, trotz Verbot u. Verfolgung, Apg. 9,14. 21. 28, bekennen, Hbr. 13,15, und verkündigen, Hbr. 2,12, auch unter den Heiden, Apg. 9,15, an den sie glauben, 1 Joh. 3,23; 5,13. Wohl ist von den Kindern der Welt, die das Geheimnis dieses Glaubens und seine Seligkeit nicht kennen, Schmähung und Haß zu erwarten um dieses Names willen, Mt. 10,22; Mk. 13,13; 1 Pe. 4,14, und man wird „die Hände legen“ an die Bekenner dieses Names, Luk. 21,12, und ein Paulus sollte viel leiden um des Names seines Herrn willen, Apg. 9,16. Aber das alles wird aufgewogen durch die Gnadenkräfte, welche durch den Name Christi über die Menschen kommen, und durch das, was man im Name Jesu vollbringen kann und darf, und daß man das Leben hat in seinem Name, Joh. 20,31. Denn im Name Jesu, das heißt in seiner Vollmacht und Autorität, haben seine Jünger große Taten vollbracht, Apg. 3,6; 4,6, auf seinen wie auf des Vaters Name sind alle Christen getauft, Apg. 2,38; 10,48; 14,3 ff. In seinem Name tun sie alles in ihrem Leben und Wandel, Kol. 3,17, sind ihnen selbst die Teufel untertan, Luk. 10,17 (freilich mißbrauchen auch manche — wie die falschen Propheten im Alten Testament — den Name des Herrn zu ihren falschen Zwecken und zur Verführung anderer, Mt. 24,5). In seinem Name, das heißt in seiner Nachfolge, ihm zu lieb und ihm nach, üben die Christen Liebe, Mt. 18,5, und endlich in seinem Name beten die Seinen, s. Art. Beten 4, S. 84.
Zur Übersicht