Nacht
Nacht. Die Schöpfungsordnung der Abwechslung von Nacht und Tag, Ps. 74,16, wird nach der Sintflut erneuert, 1 Mo. 8,22, und bildet in ihrer Festigkeit den Gnadenbund ab, Jer. 33,20. 25. Doch einst wird ein Tag sein, weder Tag noch Nacht, Sach. 14,7, und auf der neuen Erde gibt es keine Nacht, Offb. 21,25; 22,5. Der Schöpfungspsalm entwirft ein prächtiges Nachtbild Ps. 104,19-22; denn auch die Nacht ist eine Predigerin Gottes, Ps. 19,3. Die wilden Tiere regen sich bei Nacht, der Mensch ruht unter dem Schirm des Hüters Israel, Ps. 121. Doch nicht allen ist solche Ruhe vergönnt. Hiob lassen seine Nager nicht schlafen, 30,17; 7,3, David seine Sünden, Ps. 6,7, Assaph seine schweren Gedanken, 77,5. Aber im Dunkel der Nacht kommt auch Gott und der Mensch zusammen. Die Nacht hat eine sittlich-relig. Bedeutung: der Mensch wird zu ernster Selbstprüfung aufgefordert, Ps. 16,7; 17,3; 4,5. Wie Jesus ganze Nachte im Gebet zubrachte (Luk. 6,12; Mt. 14,23, vgl. Apg. 16,25), so sehen wir im Psalter, wie die Heiligen bei Nacht singen, beten, loben, danken, aber auch klagen und weinen (Ps. 119,55; 92,3; 42,9; 77,7; 22,3; Klagel. 1,2; Jes. 26,9; Hi. 35,10). So hat auch der Herr in mancher Nacht sich geoffenbart, in Bethel und Pniel, einem Abraham und Salomo (s. Traum). Eine wichtige Nacht war die Passahnacht, 2 Mo. 12,12; Jes. 30,29, auch die Weihenacht, und die Nacht, da der Herr verraten ward, Mt. 26,31; Joh. 13,30. Von den Kindern der Finsternis (s. d.) wird freilich die Nacht mißbraucht zu Werken der Finsternis, 1 Th. 5,5. 7; Röm. 13,12. 13. Auch ist die Nacht Sinnbild des Leidens. Hüter, ist die Nacht schier hin? wird über Edom gefragt Jes. 21,11. Aber kein Morgen tagt aus der langen Nacht — Die Nacht ist Zeit der Entscheidung, des Gerichts, Luk. 12,20. Jesus selbst sieht die Nacht herankommen, da niemand wirken kann, Joh. 9,4; 11,10, und kauft deswegen seinen Erdentag aus.