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Nachfolgen

Nachfolgen im Alten Testament dem Herrn (4 Mo. 32,12; Hos. 11,10), oder andern Göttern (5 Mo. 6,14; 8,19; Jer. 7,6). Im Neuen Testament gebraucht es der Herr von dem näheren Anschluß an ihn, den er von seinen Jüngern verlangt. Wohl folgten dem Herrn stets große Volksmassen nach, um ihn zu hören oder seine Wunderhilfe zu suchen (Mt. 4,25; 12,15; 19,2; 21,9), aber sie blieben nur einige Tage bei ihm (Mk. 8,2). Hingegen seine Jünger begleiteten ihn stets und überall, besonders der engste Kreis, wurden also ganz in seinen Sinn eingetaucht und in die Gemeinschaft seines Lebens und Leidens gezogen. In diese engere Gemeinschaft berief Jesus (Mk. 1,17; 2,14; 10,21; Joh. 1,43; 15,16; Luk. 9,59). Da dieses N Loslösung von Familie, Eigentum und Beruf erforderte (Mk. 1,18. 20; 10,28), verlangte der Herr, daß man vorher die Kosten überschlage (Luk. 14,27. 28; 9,57-62), strenger als Elia (1 Kö. 19,20. 21). Den rechten Nachfolgenern wurde freilich alles ersetzt durch das, was sie bei dem Herrn fanden, Lebensworte (Joh. 6,68. 69), Lebenslicht (8,12), Seelenruhe (Mt. 11,29), Belohnungen in dieser und jener Welt (19,27-29). Weil der Herr nur ganz überzeugte Nachfolgener haben wollte, verhehlte er es den Jüngern nicht, daß es dem Kreuz entgegengehe und gelte, sein Kreuz auf sich zu nehmen (Mt. 16,24), und zwar täglich (Luk. 9,23). Daraus sehen wir, daß die örtliche Nachfolge, obwohl damals nötig, nicht die Sache selbst ist, sondern der darin ausgeprägte Sinn, der gläubige Anschluß an Jesum als Hirten (Joh. 10,4. 27; 1 Pe. 2,21) mit Verleugnung aller sonstigen Absichten, ja des eigenen Willens, und mit Bereitschaft, alle Leiden, die dieser Anschluß mit sich bringt, zu übernehmen, vgl. die 144000 Lammesjungfrauen, Offb. 14,4. Über einen, der, ohne sich dem Nachfolgerkreis anzuschließen, Wunder in Jesu Namen tut. verbietet der Herr ein rasch abschließendes Urteil (Mk. 9,38. 39).
 Offb. 14,13 sind die Werke nicht das, was den Himmel aufschließt, aber die aus Gnaden Seligen empfangen vollen Lohn (Mk. 9,41; 2 Joh. 8).
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