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Mutwillen

Mutwillen gebraucht Luther stets von erklärter gottloser Gesinnung, von der ungebundenen Willkür des von Gott abgefallenen Sinns, der sich rühmt, tun zu können, was ihn gelüstet (Ps. 10,3; Spr. 10,23; Sir. 5,2). Wenn der Gottlose ihn durchsetzt (Ps. 140,9), ist es dem Frommen eine schwere Versuchung (Ps. 37,7). Besonders steht es von Unzuchtsgreueln (Ri. 20,6; Hes. 22,9. 11), von der gottvergessenen Üppigkeit des widerchristl. Babel (Offb. 18,7. 9), von selbstsüchtiger Gewalttat der Großen (Mi. 7,3), von der Falschheit und den Winkelzügen einer untheokrat. Politik (Jes. 30,12), von windiger Eitelkeit und Selbstlob, als der Liebe widerstreitend, 1 Kor. 13,4. Die Irrlehrer (Judä 4) ziehen die Gnade auf Mutwillen, sofern sie die Vergebung der Sünden und die evang. Freiheit zu einem Freibrief der Zügellosigkeit (vgl. 2 Petr. 2,19; 1 Pe. 2,16; auch Gal. 5,13; Röm. 6,1) mißbrauchen und aus der Barmherzigkeit Gottes den frechen Schluß ziehen, man dürfe es mit der Sünde nicht so genau nehmen, Sir. 5,2 usw.
Hbr. 10,26 bedeutet es absichtliche Bosheitssünde nach gewonnener Erkenntnis der Wahrheit, also (vgl. 3,12; 10,29; 6,6) erklärten Abfall von der Gnade des Neuen Testamentss, Verwerfung des Einen Opfers, einen Grad der Verstockung, bei dem die Möglichkeit der Bekehrung wegfällt. Mutwillens, das heißt gegen besseres Wissen, wollen sich die Spötter der letzten Zeit einreden, der Herr komme wohl nie, 2 Petr. 3,5. Hingegen ist Hab. 2,10 eigentlich zu übersetzen: Indem du viele Völker schlägst, sündigst du an deiner Seele, das heißt der Chaldäer führt seinen eigenen Untergang herbei.
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