Murren
Murren, auch murmeln, ist der halblaute Ausdruck einer innern Unzufriedenheit, sei es mit Gott, sei es mit Menschen. Nach 1 Kor. 10,10 ist das öftere Murren der Kinder Israel (über das Bitterwasser, 2 Mo. 15, über Mangel an Brot, 2 Mo. 16, und Wasser, 2 Mo. 17, über die Schwierigkeit der Eroberung Kanaans, 4 Mo. 14, über das Priestertum Aarons und den Untergang der Rotte Korah, 4 Mo. 16, und das Strafgericht darüber, 4 Mo. 17,14) eine Warnung für das neutest. Israel. Wie damals der Herr das gegen Mose und Aaron gerichtete Murren jedesmal auf sich bezogen und als Mangel an Vertrauen und Liebe, ja als Akt der Empörung empfunden und gerügt hat (Ps. 78,22), so ist auch die Unzufriedenheit der Korinther mit dem Auftreten des Apostels zu beurteilen. Besonders erfuhr der Menschensohn das Widersprechen der Sünder gegen das Geheimnis der freien Gnade (Luk. 19,7; 5,30, vgl. auch Mt. 20,11) und gegen das Essen seines Fleisches, Joh. 6,41. Und wie das Murren Israels in seinem Brautstand der erste Mißton war, so war auch in der ersten Liebe der Christen das Murren der Hellenisten gegen die Hebräer über parteiische Witwenversorgung (Apg. 6,1) das erste Zeichen, daß die ideale Einheit der Kirche durch die Macht der Sünde bedroht ist. Der Christ soll alles ohne Murren und Zweifel im Geist der Liebe und des Glaubens tun, Phi. 2,14. insbesondere gastfrei sein ohne Murren über die Lasten (1 Pe. 4,9), während die freigeistischen Jrrledhrer wider Gott und Welt m., weil sie nach ihren Lüsten leben wollen (Judä 16). Wen die Verleugnungen des Glaubenslaufs zum Murren reizen, der soll lieber widerseine Sünde m. (Klagel. 3,39) und dem allein weisen Willen des himmlischen Vaters sich kindlich unterwerfen (1 Pe. 5,5-7).