Mond
Mond. In der Bibel kommt nicht die allgemein kosmische Stellung des Mond, sondern nur seine Bedeutung für die Bewohner der Erde in Betracht. Er erleuchtet die irdischen Nächte, 1 Mo. 1,16; Ps. 136,9; Jer. 31,35. Sein Licht ist ein Bild der Schönheit, Hohel. 6,10; Sir. 50,6, und spiegelt insbesondere auch die Herrlichkeit Gottes wieder, Ps. 8,4; 148,3, wohl auch Offb. 12,1, wo jedoch die Deutung unter den Auslegern noch durchaus strittig ist. Bei den Gerichten der Endzeit werden auch am Mond Zeichen geschehen, Luk. 21,25, er soll in Blut verwandelt werden, Joel 3,4; Apg. 2,20; Offb. 6,12. oder den Schein verlieren, Jes. 13,10; Joel 2,10; 4,15; Mt. 24,29. In der Zeit der Vollendung bedarf man wie der Sonne so auch des Mond nicht mehr wegen der viel helleren Herrlichkeit des Herrn, Jes. 24,23; 60,19 f.; Offb. 21,23. Auf den gesundheitsschädlichen Einfluß des Mondlichts, den nicht bloß der Volksaberglaube annimmt, deutet Ps. 121,6, vgl. Mt. 4,24; 17,15. In den Tropen bedeckt der Eingeborene, wenn er im Freien übernachtet, bei Mondschein sein Haupt mit einem Tuch. Vgl. Art. Mondsüchtige u. Bibl. Altertümer §84.
Vonaltersher ist der Lauf des Mond ein Zeitmaß, 1 Mo. 1,14; Ps. 104,19 (s. Monat). Mit seinen Phasen ist er Sir. 27,12 ein Bild der Wandelbarkeit des Narren, häufiger aber ist sein gewisser Lauf (Ps. 74,16) ein Bild der Beständigkeit und Unterpfand göttlicher Verheißungen, Ps. 72,5; 89,38; Jer. 31,35 f. Über den Stillstand des Mond, Jos. 10,12 f., s. Josua.
Der Mond ist im Hebräischen wie in vielen anderen Sprachen weiblichen, die Sonne männlichen Geschlechts; deshalb bedeutet er in Josephs Traum, 1 Mo. 37,9, die Mutter. Von abgöttischer Verehrung des Mond (s. auch Astarte) ist 5 Mo. 4,19; 17,3; 2 Kö. 23,5; Hi. 31,26f.; Jer. 8,2 die Rede. Jes. 47,13 deutet auf die Astrologie der Babylonier.