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Mesa

Mesa.
1) Mesa ist 1 Mo. 10,30 bei der Bezeichnung der Grenze der Kinder Joktans genannt; es ist natürlich nicht Mekka damit gemeint, auch nicht der Hafen Muza in der Nähe der Straße Bab Mandeb, eher vielleicht Mesene an der nordwestlichen Spitze des Persischen Meerbusens. —
2) Mesa, hebräisch anders geschrieben (= Rettung, Hilfe), hieß ein König der Moabiter zur Zeit der israel. Könige Omri, Ahab, Ahasja und Joram, der 2 Kö. 3 genannt wird und von dem 1868 ein Siegesdenkmal bei Dibon aufgefunden worden ist. 2 Kö. 3 ist erzählt, daß Mesa, der dem Könige Israel einen Tribut von 100000 Lämmern u. 100000 Wollwiddern entrichtete, nach Ahabs Tod abfiel, V. 4. 5. Deswegen drang Joram von Israel im Bund mit Josaphat von Juda gegen Moab vor, und zwar führten sie ihren Zug südl. um das Tote Meer durch die Wüste Edoms aus, wahrscheinlich, um sich der Edomiter, die ihnen Zuzug leisten mußten, zu versichern. An der Grenze des Landes gerieten sie durch Wassermangel in äußerste Gefahr, worauf Elisa um Josaphats willen Hilfe und Sieg verhieß. Ein plötzlicher Regen füllte den Grenzfluß mit Wasser, und dieses Regenwasser aus Edom, von der roten Erde gefärbt, brachte die Moabiter auf die Meinung, die Feinde hätten sich gegenseitig aufgerieben, so daß sich durch einen unbedachten Versuch, zu plündern, eine Niederlage zuzogcn. Die Verbündeten verheerten dann Moab weit und breit und schlossen Mesa in seiner Hauptstadt Kir Hareseth ein. Aufs äußerste bedrängt, opferte er seinen erstgeborenen Sohn vor ihren Augen dem Kamos, worauf nach der kurzen Angabe V. 27 ein Zorn über Israel kam, daß sie von ihm abzogen u. kehrten wieder in ihr Land. Wie dieser Zorn sich äußerte, ist nicht gesagt: vielleicht brach eine Seuche aus, vielleicht erfochten die Moabiter im Vertrauen auf die Hilfe ihres versöhnten Gottes einen Sieg (vgl. Köhler II2, 335 ff.). Jedenfalls scheinen die Verbündeten keinen bleibenden Erfolg gehabt zu haben.
— Auch das 2 Chr. 20 erzählte Ereignis, ein Zug der Ammoniter, Moabiter und Meuniter um das Tote Meer herum gegen Josaphat, der mit einem leichten Sieg in der Gegend von Thekoa endigte (vgl. Art. Josaphat), fällt wohl unter diesen Mesa, ist aber in keinem Fall bloß eine andere Erzählung des Ereignisses 2 Kö. 3. Ob es früher oder später fällt, ist nirgends angedeutet; entweder ging der Raubzug 2 Chr. 20 dem Rachekrieg 2 Kö. 3 voran, oder ist das 2 Chr. 20 Erzählte ein Rachezug wegen der von Josaphat seinem Schwager geleisteten Hilfe.
Zu diesem bisher Bekannten ist nun der Inhalt jenes Siegesdenkmals neuerdings hinzugekommen. Leider ist die Platte () blauschwarzen Basaltes, 1,13 m hoch, 0,70 m breit und 0,35 m dick, mit einer großen Inschrift von 34 Zeilen, während der preuß. Konsul Petermann und der franz. Konsulatskanzler Clermont Ganneau sich um die Erwerbung bemühten, von den Arabern zertrümmert worden. Doch verschaffte sich Ganneau einen Papierabklatsch und brachte dann die wichtigsten Fragmente in seinen Besitz. Die geretteten Teile befinden sich jetzt in Paris. In dieser viel kommentierten Inschrift (vgl. Smend und Socin, Freiburg 1886) erzählt Mesa, daß Omri und Ahab Moab längere Zeit bedrückten, daß dann aber er mit Hilfe des Gottes Kamos eine Reihe von Städten Israel abgenommen, so Medeba, Ataroth und Nebo, auch die von dem König von Israel gebaute Stadt Jahaz habe er eingenommen. Den am Schluß erwähnten Kampf wider Horonaim deutet man von einem glücklichen Kampf gegen die Edomiter, die etwa von Süden her ins Land eingefallen wären. Da die 2 Kö. 3 erzählten Vorgänge in der Inschrift nicht berührt werden, wird die Inschrift vor denselben, in der letzten Zeit Ahasjas oder in der allerersten Jorams entstanden sein.
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