Menschlich
Menschlich hat im Gegensatz zu göttlich scheinbar oft geradezu den Sinn von sündlich, Mt. 16,23: Du meinest nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist; Jak. 3,15, das irdisch, menschlich, teufelisch. Doch ist in der ersteren Stelle der genauere Sinn der, daß auch menschlich wohlgemeinte Gedanken den göttlichen Ratschluß nicht ergründen; vgl. Jes. 55,8 f. In der zweiten Stelle heißt das griechische Wort „seelisch“ (dasselbe Wort wie 1 Kor. 2,14, der natürliche Mensch, und Judä 19 fleischlich), und bezeichnet eine Denk- und Handlungsweise, die rein von den natürlichen Trieben und Leidenschaften der Seele sich leiten läßt; das Wort „irdisch“ will sagen, daß bei einem solchen Menschen der Gesichtskreis gar nicht über die Erde hinausgeht, während teufelisch die Freude am Bösen als solchen bezeichnet.
Röm. 6,19: „ich muß m. davon reden“, b. h. mit einem den m. Verhältnissen entnommenen, der geistl. Sache eigentlich nicht ganz entsprechenden Gleichnis.
Eine m. Ordnung heißt die Obrigkeit, 1 Pe. 2,13, nicht im Gegensatz zu Röm. 13,1, wo sie von Gott verordnet heißt, sondern nur von dem ergänzenden Gesichtspunkt aus, daß ja äußerlich alle obrigkeitlichen Personen von Menschen in ihr Amt eingesetzt sind. Der Apostel betont dies, weil Christen sich so verhalten sollen, daß es nicht scheine, als verachten sie diese m. Ordnungen (vgl. V. 15).
Die m. Versuchung, 1 Kor. 10,13, steht im Gegensatz zu satanischen Versuchungen, vgl. Eph. 6,11 ff.; 1 Pe. 5,8.
Hos. 11,4: ich ließ sie ein m. Joch ziehen (wörtlich: ich zog sie mit m. Banden) sagt, daß Gott nicht seine Macht u. Gewalt anwendete, um Israel zu ziehen, sondern Freundlichkeit u. Liebe (vgl. Menschenrute).