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Menahem

Menahem (b. i. Tröster), Sohn Gadis, ein glücklicher Thronbewerber in den Wirrnissen nach dem Tode Jerobeams II. im Reich Israel. Den Weg zum Thron bahnte er sich sreilich durch Gewalttat. Als Oberfeldherr des Königs Sacharja, des Sohnes von Jerobeam II., in Thirza stationiert, eilte er auf die Kunde von der Ermordung des Sacharja durch Sallum nach Samaria u. crschlug den Königswörder, um selbst den Thron zu besteigen. Nachher unternahm er einen Kriegszug gegen die Stadt Tiphsah, die sich ihm widersetzt hatte (s. d. Art.), verwüstete dieselbe und verfuhr gegen die Einwohner mit großer Grausamkeit (2 Kö. 15,16). Vielleicht nimmt Sach. 11,8 auf diese Zeit, wo in Israel binnen eines Monats drei Könige nacheinander folgten, Bezug. Jedenfalls schildert Hosea diese königsmörderische Zeit (7,4-7). Je weniger Vertrauen Menahem bei seinem Volk sich zu erwerben wußte, desto mehr griff Unordnung im Lande um sich. So richteten sich die Blicke aufs Ausland (Hos. 7,11. 13-16): die einen suchten ihre Stütze bei Ägypten, Menahem dagegen suchte sich zu halten durch Anschluß an die Assyrer. Diese besetzten unter Tiglatpileser (s. d. Art.) das Land und stützten den Thron Menahems. Aber die Hilfe mußte mit einem starten Tribut, der auf die Besitzenden (ca. 60 000 Familien) umgelegt wurde, bezahlt werden, vgl. 2 Kö. 15,19 f. Auch blieb Israel seitdem von den Assyrern abhängig. Im übrigen erreichte Menahem seinen Zweck. Nach dem Königsbuch regierte er 10 Jahre. Ihm folgte (737?), nur kurz, sein Sohn Vekahja.
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