Meinung
Meinung im Gegensatz zu Gebot, das Gebiet der Kasuistik betreffend. Über die Unauflöslichkeit der Ehe hat der Apostel ein Gebot des Herrn; aber über die Anwendung desselben auf gemischte Ehen, über den Vorzug der Ehelosigkeit gibt er als glaubiger Christ eine Meinung ab, die immerhin beachtenswert ist, 1 Kor. 7,25. 40. Die Meinung, in welcher jeder gewiß sein soll (Röm. 14,5), betrifft Adiaphora, Essen und Nichtessen, Tagehalten und Nichthalten. Beides kann dem Herrn geschehen. Die freiere Ansicht ist zwar richtiger, aber auch in einem engen Fahrwasser kann das Schiff ohne Unstoß (des Gewissens) fahren, während Unsicherheit des Gewissens ein großes Übel ist. Einerlei Meinung soll in einer Christengemeinde herrschen, 1 Kor. 1,10; daß es aber auch eine antichristliche Einheit gibt, s. Offb. 17,13. 17. In 2 Tim. 3,10 bedeutet es die Grundfätze, nach denen der Apostel sein Amt verwaltet. In Phi. 1,15 bedeutet es das Wohlgefallen an Paulus und seiner Lehre, das etliche zu Mitarbeitern aus reinen Beweggründen machte.