Martha
Martha (Herrin), die Jüngerin Jesu zu Bethanien, mit ihren Geschwistern Maria und Lazarus ein Hauswesen bildend, in welchem sie die Stelle der Hausfrau einnahm. Ihr Haus ist offenbar ein wohlhabendes gewesen, Luk. 10,40; Joh. 11,19. In ersterer Stelle handelt es sich darum, was der rechte Dienst sei, den man Jesus erweist. Nicht die Sorge der Martha an und für sich tadelt Jesus, aber gedient ist ihm damit nicht. Nötig für Jesus wie für Martha ist das offene Ohr für sein Wort, ohne das er nicht wirken und sie nicht empfangen kann, was sie bedarf. Joh. 11,1-39 ist es dem Herrn offenbar in erster Linie auch darum zu tun, den ringenden, aber doch noch ins Schauen aufs Sichtbare verschlungenen Glaubenssinn der Martha durch sein Wort und zuletzt durch sein großes Werk vollends aus dieser Umschlingung zu lösen und sie zum vollen Glauben an ihn, den Lebensfürsten, zu bringen. Nur einmal noch wird hernach ihr Name genannt. Joh. 12,2, wo sie (vgl. Mt. 26,6) den zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen zu Gaste geladenen Jesus bedient, 6 Tage vor Passah. Eine spätere Sage läßt sie hernach mit Lazarus ins südl. Frankreich übersiedeln. Siehe Maria 3).