Marter
Marter, Märtyrer. Das Grundwort von Marter (Jes. 53,4. 7; 2 Makk. 6 u. 7) ist Märtyrer, das im Luthertext nicht vorkommt, obwohl desto öfter die Sache. Märtyrer heißt: Zeuge, und bedeutet einen, der sein Wahrheitsbekenntnis durch unschuldig und geduldig erlittene Leiden bis zum Tod bekräftigt. Ein solcher Zeuge war nach Apg. 22,20 der Urmärtyrer Stephanus; auch Petrus nennt sich einen Zeugen der Leiden Christi nicht bloß als Augenzeugen, sondern auch als Tatzeugen (1 Pe. 5,1). Johannes selbst, als Bekenner nach Patmos verbannt (Offb. 1,9), gibt den im und vor dem Martyrium stehenden Gemeinden (2,10. 13) ein Trostbuch. Das Blut der Marter, Märtyrer ruft das Gericht herbei (6,10), wenn das Sündenmaß Babels voll ist, 17,6; 19,2; während die Marter, Märtyrer als Sieger im Unterliegen, 12,11, mit Christo regieren werden, 20,4. Denselben Wahrheitshaß, der von Abel bis Zacharias die Frommen, besonders die Propheten verfolgte, sieht der Herr auch gegen sich selbst und seine Gemeinde losbrechen (Mt. 5,10; 23,34 f.; 10,17 f.; 21,35-37, bes. deutlich Joh. 16,2-4), und in Erfüllung seiner Weissagung sehen wir in der Apostelgeschichte jeder Stufe des Wahrheitszeugnisses das Bekenntnisleiden sich anheften. Besonders ist Paulus zu solchem Zeugnisleiden berufen, Apg. 9,16; Kol. 1,24, und sieht auch seinen Martertod als den Schlußstein seines Opferlebens an, Phi. 2,17; 2 Tim. 4,6. Wie erhebend und beschämend der Blick auf die Wolke von Zeugen und vor allem auf den großen Wahrheitszeugen (Offb. 1,5; 1 Tim. 6,13) ist, darüber vgl. Hbr. 12,1-4.