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Mäßig

Mäßig, Mäßigkeit.
1) Im natürlichen Sinn die Fähigkeit Maß zu halten, zum Beispiel im Genießen, Sir. 31,23. 32; 37,34, im Tun, Wsh. 9,11, im Fordern, Sir. 33,30. Die Gefahr der Unmäßigkeit bekämpft das Wort Gottes mit ernsten Mahnungen und Warnungen, siehe Röm. 13,13. Wer unmäßig ist, sein Herz mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung beschwert, Luk. 21,34, der ist seiner selbst nicht Herr, kann dem Teufel nicht widerstehen, 1 Pe. 5,8. 9, ist untüchtig zum Gebet, 1 Pe. 4,8, und verschließt sein Herz leicht gegen andere. Die Trunksucht namentlich führt zu unordentlichem Wesen, Eph. 5,18, und Streit, Spr. 23,29. 30, und schließt so gut wie jedes Übermaß von Befriedigung der natürlich-sinnlichen Triebe und wie die daraus folgenden Sünden vom Reiche Gottes aus, 1 Kor. 6,9. 10. Um der Gefahr zu begegnen, bedarf es nicht bloß allen sittlichen Ernstes sondern auch der ernstlichen Bitte zu Gott um Bewahrung vor Unmäßigkeit, Sir. 23,4-6. —
2) Im natürlichen und geistlichen Sinn zugleich wird das Mäßigsein gefordert von den Christen. Petrus nennt die Mäßig, Mäßigkeit im Kranz der Christentugenden im Sinn von Enthaltsamkeit oder Selbstbeherrschung gegenüber von Lockungen, 2 Petr. 1,6. Es liegt darin auch die richtige Selbstschätzung, das mäßig von sich Halten, wobei ein Christ ebensowenig in Hochmut über seinen Bruder sich erhebt, als in Kleinmut und falscher Demut sich selbst wegwirft, sondern an den von Gott empfangenen Glaubensgaben und an deren Anwendung das Maß hat, nach dem er sich selbst prüft und beurteilt, Röm. 12,3. Ganz besonders ist das Mäßigsein ein Erfordernis für die Diener des Wortes Gottes in ihrem Leben, 1 Tim. 3,2, wie in ihrem Wirken, hier so viel als verständig. 2 Kor. 5,13: sind wir m., so sind wir euch m.
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