Löwe
Löwe. Der Löwe war in der bibl. Zeit in ganz Palästina zu Haus, namentlich wird er genannt als im Jordantal lebend (Jer. 49,19), aus dem er herauskommt, die Herden zu berauben und furchtlos die Hirten anzugreifen (Jes. 31,4). Heutzutage ist diese gefährlichste aller Katzen (diese sprichwörtliche Gefährlichkeit gibt auch eine Ausrede für den Faulen, Spr. 22,13; 26,13) nahezu ausgerottet, während die häufige Erwähnung des Löwe und dessen genaue Beschreibung in der Schrift auf seine frühere zahlreiche Verbreitung u. Gefährdung der Einwohner hinweist. Andererseits machte das Tier in seiner ganzen Erscheinung einen so gewaltigen Eindruck, daß er als Bild königl. Hoheit gilt, mit dem Stamme Juda, ja Offb. 5,5 mit Christus selbst verglichen wird und die Cherubim Löwengesichter tragen. Die Beobachtung der Natur des Löwe ist vollkommen zutreffend. Das Gebrüll, mit dem der Löwe bei einbrechender Dunkelheit (Ps. 104,21) seinen Raubzug ankündigt (Ps. 22,14), hat dem Löwe einen eigenen Namen zugezogen, „schachal“ der Brüller. Der Schreckenston des Löwengebrülls wird zu Gottes Donnerstimme, Hi. 37,4, vgl. Am. 1,2; 3,4. Die Schrift kennt die ganze Lebensweise und Lebensgeschichte des Löwe, Hes. 19,2. 3. Die Art, wie er im Dickicht lauert, Hi. 38,39, im Sprung sein Opfer überfällt, Jer. 4,7, mit seinem Gebiß die Halswirbel zerbricht, Jes. 38,13, dann mit dumpfem Knurren sich auf seine Beute legt, Jes. 31,4, diese dann ruhig in seinem Rachen fortschleppt, um sie erst in sicherem Versteck zu verzehren, 1 Mo. 49,9. Ebenso bekannt ist die liebevolle Sorge der Löwenmutter für ihre Jungen, ihre Erziehung zum Raub, Na. 2,12, so daß furchtlose Kriegshelden am liebsten damit verglichen werden, 1 Makk. 3,4; 2 Makk. 11,11, Löwenbilder den gewöhnlichen Schmuck des Königthrons bilden, 1 Kö. 10,19, Löwengruben in Residenzen der pers. Könige waren, Dan. 6,8 ff.