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Lippen

Lippen.
1) Als Teil des Angesichts. Rosenrote, holdselige Lippen werden als Schönheit gepriesen, Hohel. 5,13; Ps. 45,3. Die Lippen oder eigentlich das Kinn zu verhüllen, war den Aussätzigen geboten, damit sie von ferne als solche kenntlich waren, 3 Mo. 13,45. Mit den Lippen deuten = die Lippen zusammenbeißen, ist ein Zeichen, daß einer Böses im Sinne hat, Spr. 16,30. —
 2) Die Lippen sind wie Mund u. Zunge Werkzeuge der menschlichen Rede. Bildlich ist in der Sprache der Bibel auch von Lippen Gottes die Rede, Hi. 11,5; 23,12; Ps. 17,4. Mose sagt von sich 2 Mo. 6,12 u. 30: „ich bin von unbeschnittenen Lippen“, das heißt einer, dem das Band der Zunge erst durch einen Schnitt gelöst werden muß, der daher schwerfällig und ungeschickt in der Rede ist, 4,10. Die Lippen halten = den Mund halten, ist Klugheit, Spr. 10,19. Zeph. 3,9 wörtlich: „Ich will zuwenden den Völkern reine Lippe,“ bedeutet wohl, sie werden durch Gottes Gnade von aller Verunreinigung der Lippen durch den Götzendienst befreit werden, vgl. Hos. 2,17. Schlimm steht es da, wo die Frömmigkeit nur ein Dienst der Lippen ist, das heißt in leeren Worten besteht, die nicht aus gottesfürchtigem Herzen kommen, Jes. 29,13; Mt. 15,8; Mk. 7,6.
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