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Leuchte

Leuchte kann jedes Beleuchtungsmittel heißen, Fackel, Lampe u. dergl. Bildlich verwertet wird in der Bibel teils die Leuchte, welche dem nächtlichen Wanderer den Weg zeigt (zum Beispiel Ps. 119,105, vgl. Spr. 6,23), teils das Licht, welches bei Nacht im Zelte brennt und anzeigt, daß dasselbe überhaupt noch bewohnt ist. Von diesem Gesichtspunkt aus wird die brennende Leuchte im Haus ein Sinnbild ungestörten Glücks u. Segens; Hi. 29,3; Ps. 18,29; Ps. 132,17, vgl. 1 Kö. 11,36; 15,4; 2 Kö. 8,19. Auch Spr. 31,18: ihre Leuchte verlöscht des Nachts nicht — ist wohl eher bildlich als Bezeichnung beständigen Glücks, denn wörtlich als Bezeichnung nächtlicher Arbeit zu verstehen.
Das Erlöschen der Leuchte bezeichnet ein plötzliches, erschreckendes Unglück, das über einen Menschen oder eine Familie hereinbricht (Hi. 18,6; 21,17; Spr. 20,20).
2 Sa. 21,17 heißt David die „Leuchte in Israel“, weil die Liebe seiner Untertanen in seiner Person das Glück des ganzen Volkes verkörpert sah. Spr. 21,4: „Hoffärtige Augen und stolzer Mut, die Leuchte der Gottlosen, ist Sünde“, denn sie fetzen ihren Stolz an die Stelle des göttl. Segens, der wahren „ Leuchte“, das ist Sünde und Verderben.
Zu Spr. 20,27 s. Erkennen. Offb. 21,23; 22,5: „Ihre Leuchte ist das Lamm“ ist innerhalb der bildlichen Darstellung des ganzen Kap. wörtlich zu verstehen; nimmt man die bildliche Einkleidung weg, so liegt darin der Gedanke, daß in der Ewigkeit — wenigstend in manchen Beziehungen — Gott keine kreatürlichen Vermittlungen mehr benützt, um uns zu beseligen und zu erquicken.
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