Lauf
Lauf, laufen, ein rasches Gehen
1) von Wettläufern bei Kampsspielen, die öfters als Bild für das christl. Leben verwendet werden. Die Ähnlichkeit liegt in der ausdauernden Anstrengung, die beides erfordert, wie in dem herrlichen Siegespreis, den beides in Aussicht stellt (Hbr. 12,1; 1 Kor. 9,24). Während aber die einen Stellen dabei an die persönliche Vollkommenheit denken, der ein Christ nachjagt (Gal. 5,7; 1 Kor. 9,26), reden andere von der Amtsaufgabe, zu deren Lösung ein Paulus seine ganze Kraft einsetzt (Gal. 2,2; Phi. 2,16; Apg. 20,24; 2 Tim. 4,7). —
2) Von den Gestirnen, die so sicher und regelmäßig ihre Bahn verfolgen (Ri. 5,20; Ps. 19,6), wobei die Bibel selbstverständlich nach dem Augenschein urteilt, aber öfters betont, daß Gott ihnen ihre Bahn angewiesen habe (Ps. 74,16; Pr. 1,5; Jer. 31,35). Die Meister des Himmelslaufs. Jes. 47,13, sind die Sterndeuter, die aus dem Lauf der Gestirne am Himmel die Zukunft erforschen wollen. —
3) Bildlich von einem Beginnen, in das man durch Gewohnheit oder durch Leidenschaft so verrannt ist, daß man nicht davon abzubringen ist, meist im schlimmen Sinn (Eph. 2,2: der Welt Lauf; 1 Pe. 4,4; Jer. 8,6: 23,21); doch auch in gutem Sinn, 2 Th. 3,1: das Wort Gottes läuft
— breitet sich unaufhaltsam aus.