Last
Last, eine drückende Bürde, welche einem Menschen oder Tier zum Tragen aufgelegt wird.
1) Im eigentl. Sinn;
a. eine Last Silber, 2 Chr. 17,11, so viel als ein Lasttier zu tragen vermag.
b. Leute zur Last = Lastträger oder Fronarbeiter überhaupt, 2 Chr. 2,1; 1 Kö. 11,28.
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2) Last so viel als Amtsobliegenheit, 4 Mo. 4,15. 19. 27, oder Pflicht der Fürsorge, 4 Mo. 11,11. —
3) Eine Last wird die Bedrückung genannt, unter der das Volk Israel in Ägypten zu seufzen hatte, 2 Mo. 2,11; 6,6 f.; Ps. 66,11, der Druck, von dem der Messias sein Volk befreit, Jes. 9,3, das Herz beschwerende Trübsal überhaupt, Ps. 68,20. Ähnlich Gal. 6,2: „einer trage des andern Last“, das heißt jeder trage teilnehmend mit an allem, was den andern Schweres drückt, an seinen Fehlern, wie an seiner inneren und äußeren Not.
Auch die rabbinischen Satzungen, deren genaue Beobachtung selbst bei der peinlichsten Aufmerksamkeit fast unmöglich war und deren Übertretung doch das Gewissen beschwerte, waren für das Volk eine unerträgliche Last, Luk. 11,46. Dagegen die Last Christi, das heißt das, was Christus seinen Nachfolgern zu tun und zu leiden auferlegt, seine Gebote, wie das Kreuz, das sie ihm nachzutragen haben, ist leicht, Mt. 11,30, weil sie nicht als Zwang auferlegt, sondern freiwillig übernommen wird und weil jeder, der diese Last auf sich nimmt, sich stets des tröstenden und erquickenden Beistands des Herrn erfreuen darf, der das Schwerste für uns getragen, damit er unsere Last leicht machen könnte. Auch Offb. 2,24 ist dementsprechend zu deuten. Diejenigen, welche der falschen Freiheit der Nikolaiten um Christi willen entsagen, dürfen nicht denken, es werde ihnen damit eine neue Last auferlegt, die rechte christliche Freiheit bleibt ihnen darum doch. —
4) Das hebr. Wort massa = das Erhobene, mit erhobener Stimme Gesprochene, häufig Bezeichnung von feierlichen prophetischen Aussprüchen, Jes. 13-22; Na. 1,1; Sach. 12,1; Mal. 1,1, wird von Luther mit Last übersetzt, was es auch heißen kann, und zwar wohl mit Rücksicht darauf, daß solche Prophetensprüche meist schwerwiegende Drohungen enthalten. Hes. 12,6 u. 10 wird wohl auf diese Doppelbedeutung des Wortes (Hochspruch und Last) angespielt, da der Prophet, um seinen Ausspruch zu versinnlichen, eine Last trägt. Auch Spötter machten vom Doppelsinn dieses Wortes Gebrauch, indem sie die Aussprüche der wahren Propheten als Last bezeichneten, Jer. 23,33 ff., weshalb die Anwendung dieses Wortes auf prophetische Aussprüche verboten wird, V. 34 u. 36. Jahveh gibt übrigens jenen ihren Spott zurück: nicht Gottes Wort, sondern ihre eigene Rede wird ihnen zur Last der Schuld, zum Gericht, V. 36, ja sie selbst sind die Last, die Jahveh von sich werfen wird, V. 33. S. Roos.