Lamm
Lamm.
1) Die Israeliten hatten als ein Hirtenvolk für ein junges Schaf je nach der Altersstufe dreierlei Bezeichnungen,
a. das säugende Milchlämmlein thaleh, 1 Sa. 7,9;
b. das jährige Lamm kebes, welches zum täglichen Morgen- und Abendopfer, 2 Mo. 29,38; 4 Mo. 28,3, zum Schuldopfer, 4 Mo. 6,12, und anderen Opfern, 4 Mo. 7,15, gebraucht wurde, s. Art. Opfer, Passah;
c. das fette Weidelamm kar, welches häufig zu leckeren Mahlzeiten auf den Tisch der Reichen kam, Am. 6,4.
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2) In der Bildersprache der Schrift findet das Lamm vielfache Verwendung. Das Beben der Berge bei der Gesetzgebung wird mit dem Hüpfen der Lämmer auf der Weide verglichen, Ps. 114,4 u. 6. Als Lämmer werden die schwachen und hilfsbedürftigen Glieder der geretteten Gottesgemeinde bezeichnet, Jes. 40,11, vgl. Hes. 34,16, die sich deshalb der zarten Fürsorge des Herrn besonders zu erfreuen haben. Ähnlich in dem Wort an den gefallenen Petrus, Joh. 21,15.
Arglos und wehrlos wie Lämmer den Wölfen stehen die Jünger der argen, feindseligen Welt gegenüber, Luk. 10,3, vgl. Mt. 10,16. Das Lamm, das sich stumm und willig zur Schlachtbank führen läßt, wird zum Bilde des geduldig und klaglos leidenden und sterbenden Gottesknechts, Jes. 53,7; Apg. 8,32. —
3) Das Lamm Gottes wird aber Christus vom Täufer nicht bloß wegen seines geduldigen Leidens genannt, Joh. 1,29 und 36, sondern weil in ihm alle Opfer des Alten Testaments ihre vollkommene Erfüllung gefunden haben. Er ist das Opferlamm, welches nach Gottes ewigem Rat die Sünde der Welt, das heißt die Sündenlast und Sündenstrafe der ganzen Menschheit auf sich nimmt, leidend und sterbend trägt und dadurch von der Menschheit hinwegnimmt. Ebenso 1 Pe. 1,19, nur daß hier die ja schon im Gesetz geforderte Reinheit und Fehllosigkeit des Opferlammes besonders betont und die erlösende Kraft seines Todes noch deutlicher ausgesprochen ist. Nach Offb. 12,11 verleiht das Blut des Lammes den Glaubigen auch den Sieg über den Satan. In der Offenbarung Johannis wird auch der in himmlischer Herrlichkeit thronende Erlöser als Lamm bezeichnet, weil er auch da noch die Zeichen seines Opfertodes an sich trägt, 5,6; 6,1; 7,17; 13,8; 14,1; 15,3; 17,14; 19,7; 21,14; 22,1.