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Lachen

Lachen, laute Äußerung
1) der Freude und zwar entweder der leichtfertigen, dem Frommen und Weisen nicht geziemenden, darum auch Herzeleid nach sich ziehenden Weltfreude des Toren, Spr. 14,13; Luk. 6,25; Jak. 4,9; Spr. 29,9; Pr. 2,2; 7,3; Sir. 19,27; 21,29, oder der reinen, berechtigten Freude über das Gelingen der Arbeit, Spr. 31,25, über Gottes Hilfe in der Not, Hi. 5,22; 8,21, über die Befreiung aus der Gefangenschaft, Ps. 126,2, über die Herrlichkeit des ewigen Lebens, Luk. 6,21, oder der sich zum Geringeren herablassenden Freundlichkeit, Hi. 29,24. —
 2) Der Verwunderung und des Zweifels. Bei Abraham, 1 Mo. 17,17, ist das Lachen der Ausdruck der staunenden, aber mit glaubiger Anbetung verbundenen Verwunderung über die große, kaum glaubliche Verheißung. Ein entschieden zweifelndes, unglaubiges Lachen war’s dagegen bei Sarah, 18,12. Sie wird darum auch darüber zurechtgewiesen, V. 15. 21,6: „Gott hat mir ein Lachen zugerichtet“ heißt: Jedermann wird über die Geburt Isaaks lachen, die einen in freudiger Teilnahme, die andern in boshaftem Spott (Ismael V. 9). Aus dem Unglauben ging auch das Lachen der Schwiegersöhne Lots hervor, 1 Mo. 19,14. —
 3) Der Schadenfreude und des Spottes, wie es bei nichtswürdigen Feinden vorkommt, Hi. 30,1; Sir. 12,19. Aber auch die Gerechten lachen über das Unglück des Gottlosen, Ps. 52,8, nicht aus Schadenfreude, sondern weil sich darin einerseits die völlige Torheit und Nichtigkeit seines trotzigen Frevelmuts, andererseits die immer siegende göttl. Gerechtigkeit offenbart. In ähnlichem Sinn wird derselbe Ausdruck von der göttl. Weisheit gebraucht, Spr. 1,26. Gott selbst lacht und spottet über die in frevlem Übermut gegen ihn sich erhebenden Menschen, Ps. 2,4; 59,9; 37,13. Der große Gott sieht mit dem Gefühl unantastbarer Sicherheit u. majestätischer Verachtung auf das wilde und doch völlig aussichtslose Toben der kleinen unmächtigen Menschen herab und wartet mit der Strafe, ob sie sich nicht noch eines Besseren besinnen. Dieser Spott kann wohl zusammenbestehen mit der allerbarmenden Liebe, Hes. 18,23.
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