Kreta
Kreta (gewöhnlich mit italien. Namen Kandia genannt), die langgestreckte 8618 qkm große Insel im Süden des Ägäischen Meeres. Drei Gebirgsmassen erheben sich in der Insel zu 2000 m, in der Mitte der Idagipfel 2450 m. Das Gestein ist der Kreidekalk. Größere Ebenen sind auf der gebirgigen Insel selten. Das Klima ist im Süden afrikanisch u. bringt noch Dattelpalmen hervor; im ganzen ist es gesund. Die Insel war einst berühmt wegen ihres Reichtums an trefflichem Wein und Öl; die Quitte ist hier zu Hause. Jetzt sind auch hier wie im übrigen Griechenland die Höhen vielfach entwaldet und Wassermangel ist auf der immer noch schönen und grünen Insel zur Plage geworden. Im letzten Jahrhundert vor Christi Geburt waren die Kreter nicht nur gesuchte Söldner, sondern namentlich berüchtigte Seeräuber, verrufen als unsittlich, lügenhaft, habgierig. „Der eigene Prophet“, dessen ungünstiges Urteil über seine Landsleute Paulus Ti. 1,12 anführt, ist wohl Epimenides von Knosos, der Zeitgenosse Solons. Die Römer haben dieses Nest der Seeräuberei in blutigem Kampf 68 bis 66 v. Chr. unterworfen. Die Hauptstadt derselben war das 1 Makk. 15,23 erwähnte Gortyna. Im A. T. führt die Insel den Namen Kaphthor (s. d. Art.). Einige Küstenpunkte sind bei Pauli Schiffahrt Apg. 27,7 ff. erwähnt. Seit 1669 gehört die Insel den Türken, ist aber seit 1898 autonom und zählt 310 000 Einwohner, neben 269 000 Christen nur noch 33 500 Mohammedaner (11%).