Kornelius
Kornelius, ein Hauptmann der sog. italienischen Kohorte in Cäsarea, war, ohne eigentlicher Proselyte zu sein, glaubig geworden an den Gott Israels. Er war nicht nur selbst aufrichtig fromm und wohltätig, sondern hielt auch auf Gottesfurcht in seinem ganzen Hause und stand deshalb mit seinen Untergebenen in vertraulichem Verkehr. Er ist der erste Heide, der in die Christengemeinde Aufnahme fand. Ein Engel gab ihm die Weisung, den Petrus von Joppe holen zu lassen. Dieser hatte unterdessen auch durch ein Gesicht von Gott den Auffchluß erhalten, niemand für gemein oder unrein zu achten, überwand deshalb sein jüdisches Vorurteil, daß das Eintreten in ein heidnisches Haus eine Verunreinigung sei, ging nach Cäsarea und verkündigte dem R. und den gleichgesinnten Seelen, welche dieser zu sich geladen hatte, das Evangelium von Jesu Christo (vgl. zu Petri Predigt den Art. Angenehm S. 31). Während er noch redete, fiel der h. Geist auf die anwesenden Heiden, was an der Gabe des Zungenredens zu erkennen war, Apg. 10. So hat Gott dem Petrus und den ihn begleitenden Judenchristen tatsächlich den Beweis gegeben, daß die Heiden auch ohne die Beschneidung ins Reich Christi aufgenommen werden können; eine Erfahrung, welche für die Entwicklung der ersten christlichen Gemeinde von außerordentlicher Bedeutung war, Apg. 11,1 u. 18; 15,7 u. 14.