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Kommen

Kommen.
1) Wenn das Wort auf Gott angewandt wird, so ist dabei in erster Linie an die sichtbaren Erscheinungen Gottes auf Erden zu denken (zum Beispiel 2 Mo. 19,9), oder an seine Erscheinung im Gesicht, im Traum u. dergl. (zum Beispiel 1 Mo. 20,3; 31,24; 4 Mo. 22,9). Übertragenerweise wird bei solchen Taten Gottes von einem Kommen desselben geredet, bei welchem seine Nähe besonders eindrücklich empfunden wird, namentlich heißt es in diesem Sinn oft: Gottkommt zum Gericht (Ps. 50,3; 96,13; Jes. 14,22), aber auch zur Erlösung und zum Segen (Jes. 40,10; 59,20; 2 Mo. 20,24). —
2) Bei Menschen oft = auf die Welt k. (Ps. 71,18), und in der Welt auftreten (Mt. 11,18), namentlich von solchen, die eine besondere Aufgabe in der Welt haben und deshalb schon vorher erwartet werden. Am häufigsten von Christus, schon in den Weissagungen des Alten Testaments (zum Beispiel 1 Mo. 49,10; 4 Mo. 24,19; Mi. 5,1; Sach. 3,8). Daher heißt Christus: „der da k. soll“ Mt. 11,3; Joh. 6,14). Er selbst redet oft davon: er sei gekommen, um dies oder jenes zu tun (Mt. 5,17; 10,34 f.; 11,19; 18,11; 20,28; Joh. 12,47). Öfters steht auch „in die Welt k.“, wobei der Gedanke an seine himmlische Herkunft mithereinspielt (Joh. 10,11; 12,46; 18,37; 1 Tim. 1,15, vgl. Joh. 3,31; 6,33. 38 ff.; 8,42; 16,28). An vielen Stellen bezeichnet das „Kommen“ Christi seine Wiederkunft vom Himmel (Mt. 16,28; 24,44; Joh. 21,22; Apg. 1,11; $$1 Kor. 4. 5::1. Kor 4,5$$; 11,26; 2 Th. 2,3; Offb. 2,5. 16; 3,11; 22,7. 12). Und weil Gott selbst mit ihm zum Gericht kommt, so heißt Gott in der Off. „der da ist und der da war und der da kommt“, eine Umschreibung des Jahvehnamens (1,4. 8; 4,8).
— Zu Gott k. und zu Jesu k., sind Ausdrücke, die ursprünglich wörtlich diejenigen bezeichneten, die ins Heiligtum gingen (Jes. 66,23), beziehungsweise Jesum aufsuchten (Mt. 15,30; Mk. 2,13); übertragenerweise bezeichnet jenes das (hilfesuchende) Gebet (Ps. 65,3; 88,14; 100,2), dieses die Bereitwilligkeit, in die Nachfolge Jesu einzutreten (Joh. 6,44).
Bildlich bezeichnet kommen teils den Ursprung von Personen und Sachen (1 Mo. 24,50; Sir. 11,14; Röm. 10,17 u. dgl.), besonders auch leibliche Abstammung (1 Mo. 17,6; 19,38), teils das Ziel, zu dem sich etwas hinbewegt. „Es kommt etwas über einen“ wird meist von schlimmen Dingen gesagt, 2 Sa. 19,8; 5 Mo. 28,15. In diesem Sinn ist auch zu verstehen: „sein Blut komme über uns“ (Mt. 27,25) = die Schuld an seinem vergossenen Blut komme über uns (vgl. 5 Mo. 19,10).
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