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Kelter

2) einem unter oder vor diesem angebrachten tieferen und engeren (ebr. jekab, 4 Mo. 18,27; 5 Mo. 15,14; 16,13; 2 Kö. 6,27; Spr. 3,10; Jes. 5,2; was Luther auch mit Kelter übersetzt), in welchen von dem oberen Trog durch ein am Boden angebrachtes Loch der Saft abfloß und aus welchem er nachher in irdene Gefäße oder Schläuche ausgefüllt wurde (Hi. 32,19). Die Keltertreter verrichteten ihre Arbeit unter fröhlichem Jauchzen und Singen (Ri. 9,27; Jes. 16,10; Jer. 25,30; 48,33). Die Kelter war außerhalb der Stadt (Offb. 14,20), meist ziemlich weit abgelegen, Ri. 6,11; Sach. 14,10. Über die Behandlung des Öls s. Art. Öl. Bildlich werden die Strafgerichte Gottes über die zum Gericht reif gewordenen Menschen ein Keltertreten genannt. Wie die Kelterkufen überfließen vom roten Rebensaft, so strömt bei diesen Gerichten das Blut der Erschlagenen (Klagel. Jer. 1,15; Joel 4,13). Jes. 63,1 ff. schaut der Prophet zur Rettung des Gottesvolkes Jahveh daherkommen in gerötetem Gewand, nachdem er zuvor in Edom die Kelter getreten. Der Sinn ist, daß Jahveh der Heilszeit für die Seinen ein furchtbares Gericht über die dem Gottesvolke feindlichen Weltmächte, deren Repräsentat hier Edom ist. wie sonst Babel, werde vorangehen lassen, vgl. Jes. 61,2. Diese Weissagung wird Offb. 19,13 ff., vgl. auch 14,19 ff., wieder aufgenommen und ihre Erfüllung bei der Wiederkunft Christi verkündigt. Doch ist dieses Gericht über die Feinde des Reiches Gottes vom jüngsten Gericht zu unterscheiden.
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