Joppe
Joppe, im Alten Testament (Jos. 19,46) Japho (das heißt die schöne, glänzende), heute Jâfa genannt, die Jerusalem zunächst gelegene, etwa 12 Stunden von ihm entfernte, jetzt durch eine Eisenbahn mit Jerusalem verbundene Hafenstadt am Mittelmeer in der Ebene Saron, von uralter Gründung, weil daselbst an dem sonst keinen Hafen darbietenden Ufer eine vorspringende Felsbank einen freilich nur kleinen und gefährlichen Hafen bildet. Die Stadt wäre dem Stamme Dan zugefallen, blieb aber Eigentum der Phönikier. Dort wurden die Zedernstämme gelandet, die Hiram dem Salomo zum Tempelbau sandte (2 Chr. 2,15); von dort aus floh Jona vor dem Auftrag des Herrn (Jon. 1,3). In der neutestamentlichen Zeit wohnte eine zahlreiche Judenschaft in der Stadt, unter welcher sich auch eine christliche Gemeinde bildete. Petrus wird dorthin gerufen wegen der Tabea und empfängt hier, wo er sich streng genommen bereits außerhalb der Grenzen des heiligen Landes befand, die Weisung Jesu, ohne Bedenken mit dem Evangelium auch zu den Heiden zu gehen (Apg. 9,36 ff.). Noch jetzt wird dort Simons des Gerbers Haus (Apg. 10,6. 32) gezeigt. Im jüdischen Krieg wurde die Stadt zerstört, ebenso hat sie später, namentlich in der Zeit der Kreuzzüge, manchen Kriegssturm über sich ergehen sehen. Heutzutage ist sie eine wichtige Hafenstadt (Tafel 15) — der Hafen selbst ist freilich für größere Schiffe wegen der Seichtigkeit des Meeres schwer zugänglich u. wegen der Klippen vielfach gefährlich — von über 21 000 Einw., darunter 3000 Juden, 5000 Christen, während der Rest Mohammedaner sind. Seit 1868 ist 3km von dort die kleine, aber blühende deutsche Kolonie Sarona, die Ansiedlung des „deutschen Tempels“ mit 320 Seelen, wovon sich neuerdings ein Teil als evang. kirchliche Gemeinde abgelöst hat.