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Joab

Joab.
1) Der tapfere, aber gewalttätige Feldherr des Königs David, der sohn einer schwester Davids (2. Sa. 17,25; 1 Chr. 2,16), der Zeruja, der aber durch die meuchlerische Ermordung Abners (2 Sa. 3,27) wie durch die Tötung Absaloms (2 Sa. 18,1 ff.) und seines eigenen Vetters Amasa (2 Sa. 20,10 ff.) den König schwer betrübte. Ausgezeichnet durch militärische Tüchtigkeit, Tatkraft und vor allem durch unwandelbare Treue gegen seinen Herrn, leistete er David hervorragende Dienste im Kriege wie im Frieden. Er besiegte den Abner, den Feldhauptmann Isboseths (2 Sa. 2,13 ff.), er schlug die Syrer (2 Sa. 10,6 ff.), und begann die Belagerung der ammonitischen Hauptstadt Rabba, überließ dann aber die Ehre der Eroberung bescheiden dem König (2 Sa. 11,1 ff.; 12,26 ff.). In Edom richtete er ein entsetzliches Blutbad an (1 Kö. 11,15-17). Auch beim Aufruhr Absaloms (2 Sa. 18) stand er treu zum König, den er früher mit Absalom ausgesöhnt hatte (2 Sa. 13,39 ff. 14). Aber rohe Gewaltsamkeit, brennender Ehrgeiz und tückische Rachsucht waren die dunklen Schattenseiten in seinem Charakter. Davids Volkszählung widerriet er (2 Sa. 24,3). Gegen Ende von Davids Regierung stand er auf der seite Adonias (1 Kö. 1,7). Salomo ließ (1 Kö. 2,5 ff.) gleich nach seiner Thronbesteigung den blutbefleckten Feldhauptmann durch Benaja, den Obersten der Leibwache, am Altar, wohin er sich geflüchtet hatte, töten, 1 Kö. 2,34. —
2) Der Name Joab findet sich auch sonst, bei dem Haupt einer Handwerkergilde, 1 Chr. 4,14; Neh. 11,35 (Luther: „Tal der Zimmerleute“); ein anderer Esra 2,6; Neh. 7,11; 1 Chr. 2,54.
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