Jephthah
Jephthah.
1) Richter Israels (um 1116), außer Ri. 11,1-12,7 noch 1 Sa. 12,11, und im Neuen Testament Hbr.11,32 unter den Glaubensmännern der Vorzeit erwähnt. Der Name bedeutet wohl: Er (Gott) öffnet (nämlich den Mutterschoß). Als unrechtmäßiger Sohn Gileads von den rechtmäßigen Söhnen seines Vaters ausgestoßen, führte er ein Freibeuterleben im Lande Tod, nordöstlich vom israelitischen Ostjordanland gegen Syrien hin gelegen, 11,1-3. Im Krieg gegen die Ammoniter an die Spitze der Gileaditer gestellt, schlug Jephthah in der Kraft des Geistes Jahvehs (Vers 29) die Ammoniter. Das Gelübde, für den Fall des Siegs, ihm seiner Rückkehr zu seiner Haustüre heraus entgegengehe, dem Herrn zu weihen und es zum Brandopfer zu opfern, V. 30 f., traf seine Tochter, sein einziges Kind, V. 34-40. Gegen die im Mittelalter aufgekommene Auffassung, daß Jephthah seine Tochter nur zu Ehelosigkeit und lebenslänglichem Dienst am Heiligtum geweiht habe, sagte schon Luther zu V. 39: Man will, er habe sie nicht geopfert; aber der Text stehet da klar, indem er fortfährt: So sieht man auch an den Richtern und an den Königen, daß sie nach großen Taten auch große Torheit haben müssen begehen, zu verhüten den leidigen Hochmut. Daß eine große Schuld auf seiten des Menschen oder eine große Wohltat von seiten Gottes auch ein großes Opfer fordere, stand der Frömmigkeit der alten Völker fest. Ob das 11,40 erwähnte 4 tägige Klagfest ursprünglich einen andern Anlaß und andere Bedeutung gehabt und erst später mit der Tochter Jephthahs verbunden wurde, ist eine durch die Geschichte anderer Feste nahegelegte Frage. Das Mittelalter kannte ein „Klglied“ der Seila, der Tochter Jephthahs, beginnend: „Hört, ihr Berge, meine Klage“ (herausgegeben v. R. James, Apocrypha anecdota). Im jüdischen Kalender wird sie an der Tekufat Tebet (Winteranfang, Sonne im Zeichen des Steinbocks) gefeiert. Nach der jüdischen Legende starb Jephthah eines elenden Todes, indem ihm seine Glieder vom Leibe fielen, weil er den Pinehas nicht bat, ihn von seinem Gelübde zu lösen. Aus seiner Bekämpfung der Ephraimiten 12,6 stammt Schiboleth (ebr. = Ähre oder Flut) in der Bedeutung Losungswort. —
2) Stadt in Juda, Jos. 15,43; in vollerer Form Jephthah-El, ein Tal zwischen Sebulon u. Asser, Jos. 19,14. 27. Dschefat, der Hügel, auf dem die Festung Jotapata stand, erinnert durch seinen Namen noch an die alte Bezeichnung des Tales.