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Himmelskönigin

Himmelskönigin, so die rev. Übers., Luther: Melechet (das heißt Königin) des Himmels, eine fremde Göttin, der die Judäerinnen nach Jer. 7,18 aus Teig die kawwanim (LXX kauonas oder chauonas), das heißt eine Art Opferkuchen (vgl. Babylon. kamanu, gespr. kauanu, Kuchen der Istar) buken, und der nach Jer. 44,17-19 und 25 die Judäerinnen der ägyptischen Diaspora räucherten und Trankopfer darbrachten. Die Variante mel’echet Botin (des Himmels, nicht etwa Werk = Heer) besagt das gleiche. Es ist in beiden Fällen babylonische Istar als „Himmelsherrin“ (s. Art. Astarte, Schluß) gemeint, deren Kult ja seit langem auch nach Kanaan gedrungen war; einer ihrer gewöhnlichsten Beinamen war Inanna (aus sumerisch nin-anna Herrin des Himmels, und semitisch dann gewöhnlich durch das synonyme semitische belit ilê „Herrin der Götter“ ersetzt).
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