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Herberge

Herbergen oder Gasthäuser, wie man sie bei uns hat, sind noch jetzt im Morgenland nicht gewöhnlich; in alter Zeit kannte man sie nicht. Wo Luther Herberge übersetzt, hat man meist nur an einen Ort zu denken, wo man die Nacht zubrachte, sei es auch unter freiem Himmel, oder wo man sich überhaupt aufhielt (siehe Jos. 4,3.8; Jer. 44,14; Joh. 1,38; 2 Kö. 19,23 demgemäß Herberge = Station).
Wer auf der Reise war, fand leicht Gastfreunde, die ihn aufnahmen (siehe Gastfreundschaft; 2 Kö. 4. 8; Tob. 5,9; Apg. 17,7; Hebr. 13,2 vgl. dazu Sir. 11,30 und 29,29 ff.). Weil aber der Weg oft durch einsame, wüste Gegenden führt, so hat man jetzt im Morgenland sogenannte Karawansereien, Gebäude, welche Menschen und Tieren wenigstens ein Unterkommen gewähren (Abb. 151). Es ist wahrscheinlich, daß diese Einrichtung auch schon in alter Zeit bestand und daß Jer. 9,1 u. 41,17 darauf hindeuten. Bisweilen mochte wohl auch in einem solchen Hause ein Wirt sich befinden, der gegen Bezahlung Lebensmittel abgab (Lk. 10,34f.). Auch Lk. 2,7 scheint eher eine solche Herberge, als das Haus eines Gastfreundes gemeint zu sein.
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