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Haupt

Haupt.
1) Über verschiedene Sitten und sinnbildliche Handlungen, die sich auf das Haupt beziehen, s. d. Artt. Entblößen, Verhüllen, Kopf, Staub. Was die Bedeckung des Hauptes beim Gebet betrifft, so war es griechische Sitte, daß die Männer mit unbedecktem, die Weiber mit bedecktem Haupt beteten; und diese Sitte will Paulus auch in den Christengemeinden griechischer Städte festgehalten wissen, 1 Kor. 11,4 ff., während bei den Juden heute noch die Männer mit bedecktem Haupt beten. —
2) Bildliche Ausdrücke: Das Haupt als der beherrschende Teil des Leibes wird ein Bild alles dessen, was zum Herrschen bestimmt ist oder eine irgendwie übergeordnete Stellung einnimmt. So heißt der Mann des Weibes Haupt, Christus des Mannes Haupt, Gott Christi Haupt (1 Kor. 11,3). Dem Volk Israel ist verheißen: der Herr wird dich zum Haupt machen, zum ersten unter den Völkern (5 Mo. 28,13). Damaskus ist das Haupt = die Hauptstadt in Syrien, Jes. 7,8; Mose setzt „Häupter“ über 1000, 100, 50 und 10 als seine Gehilfen bei der Leitung des Volks (5 Mo. 1,15). In den Familien, Geschlechtern und Stämmen gab es immer „Häupter“ = Vorstände, eine Stellung, die sich nach dem Recht der Erstgeburt richtete (2 Mo. 6,14). So heißt auch Christus das Haupt der Gemeine, Eph. 1,22; 5,23, oder das Haupt des Leibes, Kol. 1,18, sofern er Herr und Leiter seiner Gemeinde bleibt, und zwar vermöge eines geistigen Zusammenhangs, ähnlich dem, der Haupt und Glieder eines Leibes verbindet (Kol. 1,18; Eph. 4,15 f.).
— Haupt oder Schwanz, Jes. 19,15, sind die vornehmen und die geringen Leute, vgl. 9,13 f.
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