Haben
Haben.
1) Wer da hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, das er hat (Mt. 13,12; 25,29) — ein Wort, nach dem es manchmal in der ungerechten Welt zugeht, wo dem Reichen so leicht noch weiterer Reichtum zuftrömt, während dem Armen vollends alles genommen wird; dasselbe aber wendet Jesus zweimal in bedeutsamer Weise auf Vorgänge des Himmelreichs an: in der erstgenannten Stelle auf den Unterschied derjenigen, die durch treues Aufmerken bereits einen Anfang im Verständnis der Wahrheit gemacht haben und auf Grund davon immer weiter geführt werden — und derjenigen, welche von der Himmelsbotschaft Jesu von Anfang an sich abwenden und darum auch den Besitz an natürlicher sittlich-religiöser Erkenntnis, den sie hatten, vollends verlieren. In der anderen Stelle bezieht sich das Wort auf die Vergeltung der Treue und Untreue im Gericht: wer als Ertrag seiner sittlichen Arbeit im Reiche Gottes etwas mit hinüberbringt in die Ewigkeit, was ihn innerlich reich macht, der wird drüben noch viel reicher; wer aber nichts hinüberbringt, der verliert auch vollends den Schatz natürlicher Kräfte und Errungenschaften, die dieses Leben jedem Menschen gewährt.
2) Joh. 14,30: Es kommt der Fürst dieser Welt und hat nichts an mir, das heißt er findet an mir keine Blöße, um mir etwas anzuhaben. Ähnlich Apg. 24,19: (die Juden) sollten mich verklagen, so sie etwas zu mir hätten, das heißt so sie wirklich eine Schuld von mir wüßten.
3) 2 Kor. 8,12: So einer willig ist, so ist er angenehm nach dem er hat, nicht nach dem er nicht hat; das heißt Gott steht beim Geben nicht auf die Größe der Gaben an sich, sondern auf ihr Verhaltnis zu dem Vermögen des Gebers; vgl. das Scherflein der Witwe und die großen Opfer der Reichen, Mk. 12,41-44.
4) Was die Christen alles haben am Heiland von der Freudigkeit zum Eingang in das Heilige an bis zur besseren und bleibenden Habe im Himmel, zeigt bes. der Hebr.-Brief, aber überhaupt das Neue Testament Vgl. Bibelkonkordanz.