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Gruß

Gruß. Der gewöhnliche Gruß war der Friedensgruß, Ri. 19,20 u. a., aber auch: Gott sei dir gnädig, 1 Mo. 43,29, oder: der Herr sei mit euch, worauf entgegnet wird: der Herr segne dich, Ru. 2,4, so daß für grüßen auch segnen steht, 2 Sa. 19,40. Näherstehende umarmen und küssen sich dabei 1 Mo. 29,11. 13. Höherstehenden geht man entgegen, beugt sich bis zur Erde 1 Mo. 18,2, wirft sich zu Boden 2 Sa. 9,6, küßt die Füße 2 Kö. 4,27. Vielfach werden Begrüßungs- u. Abschiedsgeschenke gegeben, besondere Ehrfurcht wird dem Alter bezeigt 3 Mo. 19,32. Aus der Umständlichkeit dieser Umgangsformen erklärt sich das Verbot 2 Kö. 4,29; Luk. 10,4, während 2 Joh. 10 damit den Abbruch der Gemeinschaft fordert, die sich auf „böse Werke“ nicht erstrecken darf, V. 11. Andrerseits will Jesus, daß nicht nur die Brüder gegrüßt werden Mt. 5,47.
Die Grußabschnitte in den neutestamentlichen Briefen, zum Beispiel Röm. 16,1 ff. bezeugen die Innigkeit der persönlichen Verbundenheit in der Gemeinde. Die Grußformeln, Segenssprüche, zum Anfang und Schluß der Briefe lehnen sich an die allgemeine Briefform an, wie sie andererseits, die persönl. Ansprache in der Gemeindeversammlung vertretend, liturgisches Gepräge tragen, daher bei aller Mannigfaltigkeit der kasuellen Anwendung, die zum Teil den Grundton des ganzen Briefes voraus kundgibt (Gal. 1,1 der Kampf um das Apostolat des Paulus, Röm. 1,1-7 die Darlegung „seines“ Evangeliums), ihre wesentliche Übereinstimmung in sämtl. paulinischen, 1. und 2. Petrus-, 2. Joh.-Brief der Wunsch der Gnade und des Friedens, das heißt der Gruß des Orients (s. o.) und der griechischen Welt („Freude [chara] zuvor“, dafür charis = Gnade) in christlicher Vertiefung. Ohne Gruß ist der 1. Joh.-Brief, der Hebr.-Brief am Anfang.
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