Gestalt
Gestalt ist in manchen Stellen das Aussehen, wie es bei demselben Menschen unter verschiedenen Verhältnissen verschieden sein kann; so auch die Gestalt des Himmels und der Erde, Luk. 12,56, = das Aussehen, das nach mancherlei Anzeichen auf die Witterung des kommenden Tages schließen läßt. Sonst schließt Gestalt den gesamten inneren und äußeren Körperbau eines Menschen in sich. Von der an andern gerühmten Schönheit der Gestalt, 1 Sa. 16,12; Klagel. 4,7, hat Jesaja in seiner Weissagung vom leidenden Gottesknecht an diesem nichts gesehen (Jes. 52,14; 53,2). Denn ob er wohl in göttlicher Gestalt war (im Himmel), nahm er doch Knechtsgestalt an (auf Erden, da er im Dienst für die Menschheit sich verzehrte), Phi. 2,6. 7; oder wie es Röm. 8,3 heißt, Gott sandte ihn in der Gestalt des sündlichen Fleisches, das heißt sein Fleisch war unserem sündlichen Fleisch ganz gleich, mit Ausnahme der Sünde selbst.
Von einer Gestalt Gottes ist nur die Rede, sofern er auf Erden in sichtbarer Gestalt erscheint (4 Mo. 12,8; Joh. 5,37).
Bildlich Gal. 4,19: Christus gewinnt in uns eine Gestalt, das heißt seine Geistesart kommt in unserem Denken, Reden, Tun und ganzem Gebahren zur Ausprägung.