Zum Inhalt

Gedenken

Gedenken bezeichnet eine Erinnerung, die den Wert des betreffenden Gegenstandes in Erwägung zieht und dementsprechende Entschließungen faßt; also zum Beispiel ein Gedenken an die Sünden, das zur Reue und Buße treibt (1 Mo. 41,9); ein Gedenken an Gottes große Taten, das zu geduldigem Ausharren ermutigt (Ps. 77,12); ein Gedenken an frühere eigene oder an gegenwärtige fremde Not, das zum Mitleid stimmt (5 Mo. 24,18; Hbr. 13,3). Sehr häufig wird das Wort auch von Gott gebraucht, der ja freilich überhaupt nichts vergißt, der aber doch nach seinem weisen Rat oft eine Zeit hingehen läßt, ehe er einen Frommen errettet, einen Sünder bestraft u. dgl., und dann, wenn seine Stunde gekommen ist, „daran gedenkt“ (1 Mo. 8,1). Daher auch die Bitte: Herr, gedenke nicht der Sünden meiner Jugend (Ps. 25,7); oder auch die Verheißung: „ich will ihrer Sünden nicht mehr g.“ (Jer. 31,34), ein tatsächliches Vergessen u. Vergeben, obschon es bei Gott ein wirkliches Vergessen nicht gibt. Th. Hermann.

Zur Übersicht