Gebären
Gebären, Geburt. „Du sollst mit Schmerzen Kinder gebären,“ lautet 1 Mo. 3,16 der Fluch, mit dem das Weib für seine Übertretung in seinem eigentlichen Berufe gestraft wird. Sehr zahlreich sind denn auch die Stellen, in welchen die Geburtsangst und -Schmerzen in Bildern und Vergleichungen erwähnt werden, zum Beispiel Jer. 30,6; Jes. 37,3; Joh. 16,21, wogegen Jes. 66,7-9 die schmerzlose Geburt Bild der von Gott verliehenen Lebenskraft ist. Gilt es dem Weibe für Unglück u. Schande, keine Kinder zu haben, Jes. 54,1, so kann es auch Zeiten der Not geben, in denen diejenigen glücklich gepriesen werden, die nicht geboren haben, Luk. 23,29, wie auch Menschen in großem Jammer den Tag ihrer Gebären, Geburt verfluchen, Hi. 3,1 ff.; 10,18; Jer. 15,10; 20,14 ff.; Sir. 23,19, vgl. Mt. 26,24. In Mi. 5,2 (bis auf die Zeit, daß die, so g. soll, geboren habe) „darf das Geheimnisvolle dieses Ausdrucks, welcher die Mutter des Messias betrifft, nicht verkannt werden“ (Öhler). Vgl. Jungfrau. Durch die leibliche Geburt pflanzt sich die Sünde fort, Ps. 51,7; Joh. 3,6; aber sie hat auch Joh. 3,3 ff. ihr Gegenbild in der Wiedergeburt (s. d.). Gebären steht auch bildlich = hervorbringen, zur Folge haben, namentlich Eitles und Verderbliches, Hi. 15,35; Ps. 7,15; Jes. 59,4; Jak. 1,15. Das Wertlose und Hinfällige wird mit einer unzeitigen Geburt verglichen, Ps. 58,9; Ps. 6,3. Paulus nennt sich 1 Kor. 15,8 selbst so zum demütigen Ausdruck des Gedankens, daß er (Vers 9) nicht wert sei, ein Apostel zu heißen.