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Gaza

Gaza, „die Starke“ [ägyptisch Gadsat, babylon. in den Tell-el-Amarnabriefen Azzat und Chazat, wobei z wie französisches z zu sprechen ist, südarabisch, bezw. minäisch Ghazzat, und zwar als Endstation des südarabischen Weihrauchhandels, assyrisch Chazzatu, Chazzutu und Chazittu, was der merkwürdigen Schreibung Kadytis bei Herodot am nächsten kommen würde, falls nicht dort doch Gaza, was Herodot wohl meinte, mit einem andern Ortsnamen, etwa mit Kadesch, verwechselt ist], heutzutage Razze, südlichste und wichtigste Stadt der Philister (Tafel 11). Hierher verlegt Ri. 15-16 einen Teil der Taten Simsons, wie seinen Tod. Die „Höhe des Berges gegen Hebron hin“, wohin er die Tore getragen hat, ist vielleicht der Berg Muntar im Südosten (83 m). Am Hauptknotenpunkt der alten ägyptisch-syrischen Handelsstraße gelegen, gewann Gaza als Handelsstadt bald große Bedeutung. Der Stamm Juda konnte sie nur vorübergehend erobern, Jos. 15,47; Ri. 1,18. Unter Salomo erscheint sie als Grenzstadt gegen Ägypten (1 Kö. 5,4). Später finden wir Gaza wieder selbständig (2 Kö. 18,8); sie wird oft noch von den Propheten genannt, Zef. 2,4; Jer. 25,20; 47,5; Am. 1,6; Sach. 9,5. Von Alexander d. Gr. wurde sie 332 nach fünfmonatlicher Belagerung erstürmt. In den Makkabäerkämpfen spielte sie wiederholt eine bedeutende Rolle, 1 Makk. 11,61; 13,43. 53. Alexander Jannäus zerstörte sie 96 v. Chr., Augustus schenkte sie dem Herodes und nach dessen Tode fiel sie wiederum an die röm. Provinz Syrien. Später wurde sie christliche Bischofsstadt, fiel jedoch 634 nach Chr. in die Hände der Araber unter Omar. In den Kreuzzügen oft heiß umstritten, verlor sie in der folgenden Zeit ihre Bedeutung. Napoleon I. erstürmte diese Stadt im Jahre 1799. Die Bedeutung Gazas beruhte nie auf dem Seeverkehr, sondern auf dem ägyptisch-syrischen Karawanenverkehr, der jetzt freilich fast aufgehört hat. Doch ist Gaza immer noch eine wichtige Stadt von 35000 Einw., darunter 200-300 griech. Christen, mit bedeutendem Markt. Sie liegt eine Stunde vom Meer, das man der Dünen wegen nicht sieht, auf einem ca. 30 m hohen Hügel, umgeben von Obstgärten u. Palmenbäumen.

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