Gang
Gang. Wir fassen nur besondere Bedeutungen ins Auge. Silber hat seine Gänge, im Grundtext: Fundorte, Hi. 28,1. Je nach sechs Gang, das heißt längeren Zwischenräumen, wurde bei der zweiten Einholung der Bundeslade ein Ochse und ein Schaf geopfert (2 Sa. 6,13). Der Gang oder Umgang, 1 Kö. 6,5-10, war ein Anbau an den Langseiten und der Rückseite des Tempels in drei Stockwerken mit Gemächern, die in aufsteigendem Maße 5, 6, 7 Ellen breit und 5 Ellen hoch waren, und in denen wohl die Tempelschätze und allerlei Vorräte aufbewahrt wurden. Eine Türe auf der rechten Seite führte in den Anbau und eine Wendeltreppe in die oberen Stockwerke. Das Tempelhaus überragte den Anbau um mindestens 10 Ellen. Ein ähnlicher dreistockiger Anbau mit je 30 Gemächern ist im Tempel Hesekiels, Hes. 41,5-11. Hingegen bezieht sich das, was der Hohepriester Simon nach Sir. 50,1. 2 am Tempel tat, nicht auf diesen Anbau, sondern nach dem Grundtext auf den Unterbau. Was für eine Veränderung der König Ahas mit dem Gang des Königs zum Hause des Herrn traf, 2 Kö. 16,18, sei es, daß er ihn seines Schmucks beraubte oder ihn zumauerte, und ob es der Gang war, der nach 2 Chr. 9,4 ins Haus des Herrn führte u. von der sabäischen Königin bewundert wurde, ist ungewiß. Jedenfalls war es pietätsloses, unglaubiges Beginnen. Endlich ist der natürliche Gang (Mt. 15,17; Mk. 7,19) der Abort.