Gamaliel
Gamaliel, der bekannte Schriftgelehrte, dem Saulus zu Füßen saß, Apg. 22,3. Der Überlieferung nach ein Enkel des Schriftgelehrten Hillel, „einer der gefeiertsten Gesetzeslehrer“. Er zeichnete sich ebenso durch seine Milde, wie durch seine gesetzliche Frömmigkeit aus und bewahrte, Apg. 5,34, durch seinen Urteilsspruch die Apostel vor dem Beschluß der Hinrichtung. Dürfen wir deshalb auch noch nicht eine Parteinahme für das Christentum darin sehen, so ist doch wohl eine Andeutung seiner eigentlichen Meinung darin gegeben, daß er Apg. 5,38 f. nach dem Grundtext sagt: „wäre das Werk von Menschen“, „ist es aber aus Gott“ usw. Der Grundsatz des Gamaliel ist nicht unter allen Umständen richtig, es kann nicht ohne weiteres das erfolgreiche Bestehen als Beweis der göttlichen Billigung gelten — man denke zum Beispiel an Mohammed — nur aufs letzte Ende angewendet, ist der Grundsatz allgemein gültig. Als Jahr seines Todes wird das Jahr 88 genannt. Christliche Sage ließ ihn später durch Petrus u. Johannes getauft werden. Der Talmud unterscheidet ihn von einem seiner Nachkommen, der nach der Zerstörung Jerusalems in der Stadt Jamnia eine hervorragende Stellung bekleidete. Er nennt ihn deshalb Gamaliel den Älteren.